Interview
«Einschränkungen wo nötig, aber so wenig als möglich»: Stadt Frauenfeld erklärt, warum Spielplätze oder der Skaterpark weiterhin geöffnet sind

Märkte sind abgesagt, Museen, Grillplätze und Sportanlagen geschlossen. Die Taskforce Covid-19 der Stadt Frauenfeld hat nach der Ausrufung der Notlage aus Bern sofort reagiert. Einzelne Infrastrukturen bleiben aber zugänglich. Cornelia Trefzer, Leiterin Kommunikation der Stadt, spricht über die Gründe.

Samuel Koch
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Noch ist der Skaterpark auf der Kleinen Allmend geöffnet. Die Tafel der Stadt zeigt aber klare Regeln und Sicherheitshinweisen auf.

Noch ist der Skaterpark auf der Kleinen Allmend geöffnet. Die Tafel der Stadt zeigt aber klare Regeln und Sicherheitshinweisen auf.

(Bild: Silvan Meile)

Warum sind Kinderspielplätze oder ist der Skaterpark weiterhin geöffnet?

Bei diesen Angeboten handelt es sich nicht um die vom Bund definierten Verbote für Freizeitbetriebe, wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Sportzentren oder Ähnliches.

Warum diese Haltung?

Cornelia Trefzer, Leiterin Kommunikation Stadt Frauenfeld

Cornelia Trefzer, Leiterin Kommunikation Stadt Frauenfeld

Bild: PD

Der Stadtrat ist der Meinung, dass insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in dieser schwierigen Zeit Möglichkeiten brauchen, um sich bewegen zu können.

Gerade bei schönem Wetter und an Wochenenden tummeln sich aber viele auf den besagten Plätzen.

Auf diesen Anlagen ist die Einhaltung der Abstandsregeln möglich, weil die Anlagen weitläufig sind und sich die Nutzer verteilen können. Die Anlagen sind entsprechend beschildert. Die Plätze werden regelmässig durch das 20gi-Team und die Hebed-Sorg-Paten kontrolliert.

Halten sich die Nutzer nicht an die Regeln, kann die Polizei die Plätze räumen, wie dies am Mittwochnachmittag beim Pumptrack passiert ist.
Der Skaterpark geniesst seit seiner Eröffnung grosse Beliebtheit bei jungen und jung gebliebenen Sportlern.

Der Skaterpark geniesst seit seiner Eröffnung grosse Beliebtheit bei jungen und jung gebliebenen Sportlern.

(Bild: Andrea Stalder,
April 2018)

Haben Sie Verständnis dafür, dass sich die ältere Bevölkerung darüber aufregt?

Aus der Perspektive jener, die aufgefordert sind, zu Hause zu bleiben, mag dies unangebracht erscheinen.

In Bezug auf Kinder und Jugendliche entspricht die Umsetzung jedoch den Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit.

Die Stadt hat sehr viele Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung getroffen. Dabei handelt sie immer nach der Devise: So viele Einschränkungen wie nötig, aber so wenig als möglich.

Wie verändert sich die Aufgabe der Taskforce?

Sie prüft laufend, ob weitere Massnahmen nötig sind. Sollten Abstandsregeln auf diesen Plätzen missachtet werden, würden weitere Massnahmen wie mögliche Schliessungen geprüft.

Sieht die Taskforce eine Exitstrategie ab 19.April vor?

Das können wir derzeit nicht sagen und hängt einzig vom Vorgehen des Bundes ab.