Glosse

Einmal Dorf, immer Dorf: Oder was der Frauenfelder Stadtbus mit Dieter Wiesmanns «Bloss e chlini Stadt» zu tun hat

Murgspritzer: TZ-Redaktor Mathias Frei erklärt, was es braucht, um als Stadt mit sich im Reinen zu sein und wieso damit Frauenfeld kein Problem damit, im Gegensatz zu Weinfelden.

Mathias Frei
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Stadtbusse am Frauenfelder Bahnhof.

Stadtbusse am Frauenfelder Bahnhof.

(Bild: Andrea Stalder)

Wie sang doch weiland Schaffhausens Chansonnier Dieter Wiesmann: «Bloss e chlini Stadt ...» Das könnte auch Frauenfeld, nicht mehr und nicht weniger als eine kleine Stadt. Man muss auch mal zufrieden sein mit dem, was man hat. Und Wiesmann sang: «Und wenn au uf em Globus nienet-wo din Name stoot, bisch du doch en Ort, wo sich’s guet lebe lot.» Es lebt sich eben auch in Frauenfeld gut und gern. Das nimmt uns niemand. Man kann immer nach Höherem streben. Damit es einem nicht langweilig wird. Aber wir haben wenigsten uns. Und den Stadtbus. Seit dem Ja des Frauenfelder Stimmvolks im Jahr 1981. «Bloss e chlini Stadt» – aber mit Stadtbus.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

Andernorts sagt die Bevölkerung Nein zum Stadtbus, der Ortsbus heisst. Ist halt in den Köpfen keine Stadt, sondern ein Ort. Auf jeden Fall «bloss en chline Marktfleck im Mittelthurgau». Und Stimmen werden laut, die sagen: «Einmal Dorf, immer Dorf». Dabei sei den Weinfeldern gesagt: Es könnte noch schlimmer kommen. Ein Wiesmann’sches Lied heisst «Es regnet i mis Glas voll Wy». Ein wässriges Wyli ist dann wirklich cheibe blöd.

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