Eingezäunt, abgezählt, aber alle sind froh: So war es am Mittwochvormittag beim ersten Frauenfelder Pandemie-Wochenmarkt

Wiedereröffnung mit Schutzkonzept: Erstmals seit knapp acht Wochen war am Mittwoch Wochenmarkt auf der Promenade.

Mathias Frei
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Mittwochvormittag auf der Promenade: Wochenmarkt mit Absperrgittern und getrenntem Ein-/Ausgang.

Mittwochvormittag auf der Promenade: Wochenmarkt mit Absperrgittern und getrenntem Ein-/Ausgang.

Bild: Donato Caspari

Alles ist ein wenig anders. Froh sind aber alle, Marktfahrer und Kunden gleichermassen, dass wieder Wochenmarkt auf der Promenade ist. Pünktlich zur Marktöffnung am Mittwochmorgen um 7 Uhr setzt ein leichter Regen ein.

Die erste Kundin ist da schon auf dem eingezäunten Marktareal unterwegs, Fisch, Äpfel, Käse und Radieschen hat sie in der Tragetasche, als sie die Stände zehn Minuten später wieder hinter sich lässt. Sie sagt:

«Schön, dass der Markt wieder stattfindet. Ich habe ihn vermisst.»

Aber es werde zu viel Aufhebens gemacht um die Schutzmassnahmen. Dann muss sie weiter. Ebenfalls weiter, nämlich zur Arbeit muss Regierungsrätin Carmen Haag – aber nicht bevor sie noch Blumen fürs Büro gekauft hat. «Ich bin jede Woche einmal am Markt», sagt sie.

Ein Securitas-Mitarbeiter bei der Einlasskontrolle.

Ein Securitas-Mitarbeiter bei der Einlasskontrolle.

Bild: Donato Caspari

Aus den Ferien zum Briefing am Markt

Werner Spiri, Amtsleiter Öffentliche Sicherheit.

Werner Spiri, Amtsleiter Öffentliche Sicherheit.

Bild: Reto Martin
Daniel Weishaupt, stellvertretender Werkhofchef.

Daniel Weishaupt, stellvertretender Werkhofchef.

Bild: Donato Caspari

Beruflich am Markt zugegen sind der stellvertretende Werkhofchef Daniel Weishaupt und Werner Spiri, Amtsleiter Öffentliche Sicherheit. Wobei Zweiterer eigentlich Ferien hat, aber vor Ort ist, um die beiden Securitas-Mitarbeiter zu briefen.

Sie werden bis zur Marktschliessung am Mittag beim Ein- und Ausgang stehen. Einer der beiden hat einen Zähler in der Hand. Maximal hundert Kunden dürfen sich gleichzeitig auf dem Marktareal aufhalten. «Das vom Werkhof erarbeitete Schutzkonzept bringt einen gewissen Aufwand mit sich, soll aber dazu beitragen, dass der Markt funktioniert», sagt Weishaupt. Und Spiri fügt an:

«Mit dem Wochenmarkt kehrt ein Stück Alltag zurück.»

Von den 29 Marktfahrern, die sich angekündigt hatten, sind drei nicht erschienen. Gleichwohl ist das Angebot immer noch reichhaltig. Am Eingang kann man sich mit Desinfektionsmittel bedienen, bei den Ständen hat der Werkhof weisse Markierungen am Boden angebracht, damit die Kunden wissen, wo sie stehen sollen. Die Anbieter ihrerseits haben Plexiglasscheiben angebracht, tragen Handschuhe.

Wochenmarkt auf der Promenade mit Absperrgittern.

Wochenmarkt auf der Promenade mit Absperrgittern.

Bild: Donato Caspari

«Natürlich sind wir froh, dass der Markt wieder ist», sagt die Verkäuferin beim Gmües-Peter-Stand. So eingezäunt fühle man sich wie Tiere im Zoo, meint sie lachend. Der Mehraufwand für die Marktfahrer sei machbar, heisst es beim Stand der Bäckerei Guggenloch aus Lütisburg. «Wir schätzen es, dass der persönliche Kontakt zum Kunden möglich ist.»

Buchhändlerin Marianne Sax.

Buchhändlerin Marianne Sax.

Bild: Andrea Stalder

Buchhändlerin Marianne Sax ist Stammkundin auf dem Markt. Diesen Morgen hat sie sich unter anderem mit Spargeln, Kartoffeln und Blumen eingedeckt. Sie habe sich problemlos zurechtgefunden auf dem neu organisierten Marktareal, sagt sie.

Urs Ambühl, ehemaliger Leiter der Stadtverwaltung.

Urs Ambühl, ehemaliger Leiter der Stadtverwaltung.

Bild: PD

Später kommt Urs Ambühl, ehemaliger Leiter der Stadtbusverwaltung. Er muss an zwei Stände: «Käse und Oliven.» Mittlerweile ist es kurz nach 7.30 Uhr. Der Securitas-Angestellte am Eingang hat insgesamt 34 Kunden gezählt. Die Verkäuferin am Stand von Mediterraneo Import aus Winterthur meint:

«Wir hoffen, dass es am Samstag noch etwas anzieht mit der Kundschaft.»

Hinweis: Wochenmarkt auf der Promenade: Mittwoch und Samstag, jeweils von 7 bis 12 Uhr.

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