Kolumne
Einfach kann jeder

Einen Kinderspielplatz kann man einfach realisieren. Oder kompliziert. Münchwilen geht den zweiten Weg. Weil er sich bewährt hat. Oder so.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

In Münchwilen fehlt ein Kinderspielplatz, meint eine bunte Truppe umtriebiger Initiantinnen und Initianten. So weit, so klar. Doch schon ab hier wird’s kompliziert. Zwar würden Pragmatiker einfach an einer Gemeindeversammlung einen Antrag stellen. Die Gemeinde baut und unterhält das Ding – und die Kleinen sind happy. Aber einfach kann jeder.

Und Münchwilen wäre nicht Münchwilen, würden Probleme einfach gelöst. Schliesslich hat es sich schon bei der Realisierung des Pumptracks bewährt, dass erst die Gemeinde und dann ein Trägerverein... Ach, ist das kompliziert. Jedenfalls steht die Anlage jetzt. Nur taugt sie leider nicht als Kinderspielplatz. Stützrädli und Steilwandkurve vertragen sich schlicht nicht.

Deshalb soll nun auf der Wiese vor dem evangelischen Kirchenzentrum ein Kinderspielplatz her. Dabei liegt gleich auf der anderen Strassenseite ein Areal, dass sich bereits jetzt perfekt als Tummelfeld für die Kleinsten eignet: der Sutter-Park. Rundum eingezäunt, damit die Sprösslinge nicht auf die Strasse springen können, lustige Steinskulpturen zum Rumklettern und eine grosse Villa zum Versteckisspielen. Und die Bibliothek ist auch noch vor Ort. Wegen Bildung und so.

Nur am Rande erwähnt sei hier, dass auch die Villa Sutter irgendwie von der Gemeinde, aber doch von einem Verein... Nein, machen wir es nicht zu kompliziert. Schliesslich geht es hier um den neuen Kinderspielplatz. Darüber stimmt nun tatsächlich die Gemeindeversammlung ab. Also nicht über den Spielplatz, sondern über einen Investitionsbeitrag. Danach gibt’s einen Trägerverein. Und die Kirchgemeinde stellt das Land zur Verfügung. Die reformierte. Dort spielen darf dann aber auch der Nachwuchs von Katholiken, Muslimen, Juden und Atheisten. Immerhin etwas, das nicht kompliziert ist. Geht doch!