Einfach hängen bleiben: In Frauenfeld kommt man mit dieser Bewältigungsstrategie am besten durch den Sommer-Shutdown

Murgspritzer: Derzeit schmilzt man vor sich hin. Was das in Frauenfeld mit einem macht, weiss TZ-Redaktor Mathias Frei nur zu gut. Was eine Ex-Miss und der Knoten St.Gallerstrasse/Marktstrasse damit zu tun haben, erfährt man in diesem Murgi.

Mathias Frei
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Entweder sind die Frauenfelder derzeit im Tessin an einem Meet & Greet mit Christa Rigozzi oder sie bleiben einfach hängen.

Entweder sind die Frauenfelder derzeit im Tessin an einem Meet & Greet mit Christa Rigozzi oder sie bleiben einfach hängen.

(Bild: Walter Bieri / KEYSTONE)

Wie ein kollektives, zwei Wochen andauerndes Ausnüchtern nach dem Open Air Frauenfeld: So fühlt sich diese Zeit jetzt an. Alles kann zwar, aber nichts ist. Rein gar nichts. Frauenfeld ist leer. Als hätte irgendein Besoffener versehentlich den Stöpsel des Whirlpools gezogen. Alle sind weg, heuer vielleicht nicht weit weg, aber zumindest tagsüber am Untersee oder übers Wochenende in einem Alpinistencamp im Gebirge hinter St.Gallen oder ein paar Tage am Sünnele im Ticino inklusive Meet&Greet mit Christa Rigozzi. Legte man sich nach der Königswuhr in die Murg, triebe man in gefühlten zehn Stunden bis zum Kleinwasserkraftwerk an der Zeughausstrasse und bliebe dort im Rechen hängen. Mehr würde nicht passieren. Man bliebe einfach hängen. Hängen bleiben. Gar nicht mal so ein übler Aggregatszustand. Statt flüssig oder fest einfach hängen bleiben.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

In diesen Zeiten braucht es wenig, um einen zu packen. Da wächst die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne schnell mal von acht auf zehn Sekunden. Und wenn dann einer auf Facebook wirklich fragt, wieso man auf der St.Gallerstrasse stadteinwärts nicht mehr nach links Richtung Badi abbiegen darf, hui, dann geht aber die Uschi ab. Meint der das wirklich ernst? Sieht der denn nicht, dass der Pfeil auf dem Bogen nur geradeaus zeigt? Ist denn das zu viel verlangt, einfach die Verkehrsregeln zu befolgen. Geradeaus, kennsch? Und links abbiegen? Doch dann sind die zehn Sekunden rum, der Frauenfelder Shutdown geht weiter. Und einfach hängen bleiben.

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