Glosse

Einer ist immer der Esel - auch in der neuen Frauenfelder Weihnachtskrippe

Murspritzer zum Geschenk der Partnerstadt Kufstein an Frauenfeld, wo Ochs und Esel fehlen, aber nur auf den ersten Blick.

Stefan Hilzinger
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Schauspieler Noce Noseda spielt den Josef und steht in der neuen Weihnachtskrippe vor dem Schloss.

Schauspieler Noce Noseda spielt den Josef und steht in der neuen Weihnachtskrippe vor dem Schloss.

(Bild: Stefan Hilzinger)
Stefan Hilzinger, Redaktor.

Stefan Hilzinger, Redaktor. 

(Bild: PD)

Die Reaktion der Jungmannschaft auf die neue Kufsteiner Krippe vor dem Frauenfelder Schloss kommt wie aus der Pistole geschossen: «Der Esel fehlt!» Tatsächlich. Nebst Maria, Josef und dem Jesuskind stehen zwar zwei Engel. Doch von Tieren ist keine Spur. Vielleicht haben sich die wackeren Männer vom Kufsteiner Bauhof, welche die Holzfiguren geschaffen haben, gedacht: «In so einem Rathaus hat’s ohnehin genügend Ochsen und Esel. Da braucht es sie nicht auch noch bei der Krippe!»

Nein, exgüsi, das wäre nun wirklich eine böswillige Unterstellung. Möglicherweise ist gar Josef selbst der Esel? Hat ihn doch Maria seinerzeit mit ihrer plötzlichen Schwangerschaft, nun ja, überrascht. Lang hat Josef dazu geschwiegen, war ein besorgter Vater und geschickter Heimwerker im Haus der Maria. Ausgerechnet in Frauenfeld findet der Mann nun einen Fürsprecher in der Öffentlichkeit, wie schon an der Einweihung der Krippe zu hören war. Wird auch langsam Zeit, dass dieses Kapitel neu geschrieben oder zumindest neu ausgelegt wird.