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«Eine wunderbare Bratwurst» - Hausi Leutenegger hält Festrede in Tobel

Hausi Leuteneggers Festrede in Tobel war am Donnerstagabend eine Geschichtsstunde der besondern Art.
Olaf Kühne
Wie man ihn kennt: Hausi Leutenegger hält in Tobel die Festrede zum Nationalfeiertag. (Bild: Olaf Kühne)

Wie man ihn kennt: Hausi Leutenegger hält in Tobel die Festrede zum Nationalfeiertag. (Bild: Olaf Kühne)

Historiker waren am Donnerstagabend in Tobel an der falschen Adresse, alle anderen amüsierten sich köstlich. An der Bundesfeier der Gemeinde Tobel-Tägerschen hielt der Bichelseer Unternehmer Hausi Leutenegger mehr eine Geschichtslektion denn eine Festrede. Allzu genau mit den historischen Fakten nahm es der Olympiasieger und Multimillionär, wie Leutenegger sich gerne selber vorstellt, indes nicht.

So erkor er Wilhelm Tell kurzerhand zum Gründer der Schweiz. Tell, der es den Österreichern, welche die Schweizer knechteten, so richtig gezeigt habe, indem er Gessler vom Pferd holte. Überhaupt die Österreicher. Denen haben wir es auch am Morgarten und in Sempach gezeigt, führte Leutenegger weiter aus. Wie auch Karl dem Kühnen und Napoleon. Zwar keine Österreicher, Letzterer aber ein «einsfünfzig grosser Zwerg», den wir ebenfalls verjagt haben.

«Deshalb ist General Guisan für mich ein Nationalheld.»

Es folgte der erste Weltkrieg, welcher der Schweiz Hungersnöte und die Pest brachte. Und dann kam Adolf Hitler. Wieder ein Österreicher, der in Deutschland «einen riesen Lärm» machte. «Unsere Männer haben damals sechs Jahre lang die Schweiz verteidigt», sagte Hausi Leutenegger. «Deshalb ist General Guisan für mich ein Nationalheld. Wie auch die Frauen Nationalheldinnen sind, die damals zu Hause die ganze Arbeit machen mussten, während die Männer an der Grenze standen.» Doch seit 1945 hätten wir Ruhe, schloss Leutenegger seinen historischen Exkurs.

Der Rest seiner Rede war dann eine flammende Liebeserklärung an den Thurgau. Zwar wohne er am Genfersee und in Wil. Um aber von einem Wohnort zum anderen zu gelangen, müsse er durch den Thurgau fahren und dabei sage er sich jedesmal: «Der Thurgau ist der schönste Kanton.» Tosender Applaus der 200 Festbesucher unterbrach seine Rede.
«Und jetzt esse ich eine wunderbare Bratwurst», schloss Leutenegger seine Ansprache – worauf es sich Gemeindepräsident Rolf Bosshard nicht nehmen liess, den Unternehmer zu umgarnen: «So einen Steuerzahler würde ich gerne aufnehmen.»

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