Glosse
Eine Welt 
voller Extreme

Murgspritzer: Was die legendäre Frauenfelder Bechtelisnacht mit dem grössten Hip-Hop-Festival Europas auf der Allmend und der aktuellen Hitzewelle zu tun haben.

Samuel Koch
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Ein dahinschmelzendes Erdbeercornet. (Bild: Benjamin Manser und Michel Canonica)

Ein dahinschmelzendes Erdbeercornet. (Bild: Benjamin Manser und Michel Canonica)

Der Sommer ist die Zeit der Extreme. Jetzt sagen Sie vielleicht: «Stimmt nicht, im Herbst mit dem Zuckeri-Duft in der Luft ist es in Frauenfeld doch noch um einiges extremer.» Oder: «Dummes Zeug, ins Extreme geht Frauenfeld bloss in der Bechtelisnacht.»

Samuel Koch

Samuel Koch

Derzeit jedenfalls verändert sich die Grösse der Stadt fast wöchentlich. Extrem. Mal katapultieren rund 50'000 Hip-Hop-Fans Frauenfeld in st. gallische Sphären. Wenige Tage später muss Frauenfeld bloss noch mit einem Drittel auskommen. Noch extremer. Und dann verreisen kurze Zeit später erst noch unzählige der gewöhnlich rund 25'000 Frauenfelder mit Sack und Pack in die Ferien, dass die Stadt urplötzlich kein Verkehrsproblem mehr hat. Am extremsten.

Und überhaupt. Das Adjektiv «extrem» mag doch sowieso niemand so wirklich – sei es emotionaler, politischer oder meteorologischer Natur. Zumindest in letzterer Hinsicht geht’s mit uns derzeit an die äusserste Grenze – also bis ins Extreme. Bei der aktuellen Hitzewelle hilft nur noch ein Ventilator, der Sprung ins abkühlende Nass oder vielleicht der Gang in die Eishalle. Nur gibt es dort derzeit – zumindest in Frauenfeld – noch kein Eis. Energetisch wäre das doch viel zu extrem.

Abhilfe schafft jetzt nur noch der Gang zum nächsten Kiosk. Für ein paar Batzen gibt’s in der Gefriertruhe ein Glace. Die Wahl ist für einmal keine Qual. Erdbeercornet, Extreme, bitte!