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Infrastrukturprojekt Wil West nimmt eine weitere wichtige Hürde

Mit der Genehmigung des kantonalen Richtplans Thurgau durch den Bundesrat wird Klarheit geschaffen für die Realisierung des Generationenprojekts Wil West. Voraussichtlich ab 2023 wird gebaut.
Hans Suter
Visualisierung des Projektes Wil West zwischen Münchwilen, Sirnach und Wil. (Bild: PD)

Visualisierung des Projektes Wil West zwischen Münchwilen, Sirnach und Wil. (Bild: PD)

Im Sommer ruht vieles in der Politik. Die Bürgerinnen und Bürger geniessen die Ferien und haben wenig Lust auf Diskurse. Dennoch hat sich in aller Stille Grosses ereignet: Der Bundesrat hat den Richtplan des Kantons Thurgau genehmigt. Das war anfangs Juli, hat in der aufkommenden Ferienstimmung aber wenig Aufmerksamkeit erhalten. Dennoch wird der Entscheid viel bewirken in der Region Wil: Das Gebiet Wil West hat damit eine klare gesetzliche Grundlage für die künftige Entwicklung.

Anne Rombach, Geschäftsführerin Regio Wil. (Bild: PD)

Anne Rombach, Geschäftsführerin Regio Wil. (Bild: PD)

Die zentrale Raumplanungsaufgabe der Kantone besteht darin, die raumwirksamen Aufgaben und Tätigkeiten zu koordinieren und im Hinblick auf die angestrebte Entwicklung zu steuern. Das Hauptinstrument hierfür ist der behördenverbindliche kantonale Richtplan (KRP). Darauf wird die kommunale Ortsplanung mit bedeutenden Instrumenten wie Zonenplan, Baureglement usw. aufgebaut.

«Für Wil West ist der bewilligte Richtplan ein wichtiger Meilenstein.»
(Anne Rombach, Regio Wil)

Gemeinsam mit den Gemeinden Münchwilen und Sirnach sowie der Stadt Wil und der gesamten Regio Wil können die beiden Kantone St. Gallen und Thurgau nun erst recht an die Arbeit gehen, um das Gebiet Wil West zu einem wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt (ESP) zwischen den Zentren St. Gallen, Winterthur und Zürich auszubauen. Auf einer Fläche von rund zehn Hektaren soll in den nächsten 25 Jahren der Raum für 2000 bis 3000 Arbeitsplätze in den Bereichen Industrie/Dienstleistung, Gewerbe und öffentliche Betriebe entstehen. Das Ganze hat Konzept: Durch die Konzentration von attraktiven Wirtschaftsflächen an einem Ort wirkt Wil West der Zersiedelung entgegen, da andernorts auf entsprechende Gewerbeflächen verzichtet wird. Speziell ist: Ein grosser Teil des Landes liegt auf Thurgauer Boden, gehört aber dem Kanton St. Gallen.

«Das ist eine sehr starke Aussage»

«Für Wil West ist der bewilligte Richtplan ein wichtiger Meilenstein», sagt Anne Rombach, die das Projekt als Geschäftsführerin der Regio Wil eng begleitet. Denn der Bundesrat sendet in seinem Bericht unmissverständlich starke Zeichen: «Mit dem ESP Wil West, der mit einer kantonalen Nutzungszone realisiert werden soll, werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, den interkantonalen Arbeitsplatzschwerpunkt zu schaffen, der im Agglomerationsprogramm Wil als Schlüsselprojekt fungiert. Damit erhält die Ostschweiz einen bedeutenden Wirtschaftsschwerpunkt.»

Bis 2040 fixiert

Der neue Richtplan des Kantons Thurgau lenkt das Wachstum in den urbanen Raum. Dieses soll sich auf drei Raumtypen verteilen: 65 Prozent entfallen auf den «urbanen Raum», 25 Prozent auf den «kompakten Siedlungsraum» und 10 Prozent auf die «Kulturlandschaft». Der Gesamtumfang des Siedlungsgebietes soll bis 2040 gegenüber den heute rechtskräftigen Bauzonen um 6 Prozent erweitert und somit auf 11450 Hektaren festgesetzt werden. Im Kanton Thurgau hat das Siedlungsgebiet eine besondere Bedeutung, weil das festgelegte Mass bis Ende 2040 nicht mehr vergrössert werden darf. (hs)

«Das ist eine sehr starke Aussage», freut sich Anne Rombach. «Das bedeutet, der Bund unterstützt diese Entwicklung in der Region Wil.» Das ist von zentraler Bedeutung. Denn Mitte September folgt der definitive Prüfbericht des Bundes zum Aggloprogramm 3. Generation der Regio Wil. Dann wird klar, was der Bund in welcher Priorität und mit welchen Mitteln finanziell unterstützt.

So geht es weiter mit dem Projekt Wil West

Der Zeitplan sieht vor, dass die nötigen Projekte bis gegen Ende 2020 auflagereif ausgearbeitet sind, sodass ab 2021 in Volksabstimmungen der Regionsgemeinden darüber entschieden werden kann. Bis Ende 2022 sollen die Projektgenehmigungen der Kantone vorliegen. Dasselbe gilt für die Planauflageverfahren aller relevanten Projekte.

Im Rahmen des Agglomerationsprogramms 3. Generation wurden folgende Infrastrukturprojekte erarbeitet und beim Bund eingereicht: Autobahnanschluss Wil West, Erschliessung des Areals für Geschäftsverkehr und gewerbliche Transporte, neue Buslinienführung ins Areal, Erschliessung und Durchlässigkeit für den Langsamverkehr (Rad- und Fusswege) sowie neue Linienführung der Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) mit Haltestelle Wil West und als Option eine neue «Thurbo»-Haltestelle. Gelder fliessen ab Frühjahr 2019.

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