Eine Umfahrung bleibt in Eschlikon Thema

Der Eschliker Gemeinderat kritisiert das kantonale Gesamtverkehrskonzept. Um eine Basis für allfällige Massnahmen zu haben, lässt er nun eine Verkehrszählung durchführen.

Roman Scherrer
Drucken
Teilen
Der Eschliker Gemeinderat bemängelt unter anderem, dass das kantonalen Gesamtverkehrskonzept mit zu tiefe Verkehrszahlen für die Bahnhofstrasse aufgeführt rechnet. (Bild: Roman Scherrer)

Der Eschliker Gemeinderat bemängelt unter anderem, dass das kantonalen Gesamtverkehrskonzept mit zu tiefe Verkehrszahlen für die Bahnhofstrasse aufgeführt rechnet. (Bild: Roman Scherrer)

Er ist und bleibt Thema: der Verkehr auf der Eschliker Bahnhofstrasse. Im Gesamtverkehrskonzept des Kantons Thurgau ist er jedoch nicht erwähnt. Diesen Umstand verortet der Eschliker Gemeinderat unter anderem in der Tatsache, dass das Konzept für die Bahnhofstrasse zu tiefe Verkehrswerte – als sogenannten durchschnittlichen Tagesverkehr – aufführt.

In der Stellungnahme zum Konzept bemängelt der Gemeinderat genau diesen Punkt. Die Behörde bezieht sich auf die Thurgauer Verkehrsstatistik, welche aufzeigt, dass die Bahnhofstrasse täglich von 10'000 bis 12'500 Fahrzeugen befahren wird. Im Gegensatz dazu zeigt eine Abbildung im Gesamtverkehrskonzept für die gleiche Strasse nur 7900 Fahrzeuge.

Eine weitere Kritik des Gemeinderats betrifft die Einteilung Eschlikons in einen sogenannten kompakten Siedlungsraum. «Dieser Begriff stammt aus dem Siedlungsteil des kantonalen Richtplans», erklärt Gemeindepräsident Hans Mäder. Nun würden aber Verkehrsmassnahmen darauf ausgerichtet. Schon in der Vernehmlassung zum kantonalen Richtplan habe der Gemeinderat bemängelt, dass diese Einteilung «für Eschlikon unzutreffend und auf veralteten Grundlagen beruht», wie er in seiner Stellungnahme schreibt.

«Für Eschlikon fehlen nun Massnahmen im Gesamtverkehrskonzept», sagt Hans Mäder. «Das hat sicher auch mit dieser Einteilung in den kompakten Siedlungsraum zu tun.» Weil das Konzept Eschlikon nicht aufführt, befürchtet der Gemeinderat, dass der Kanton allfällige Massnahmen an der Bahnhofstrasse dereinst nicht priorisieren könnte.

Verkehrszählung unabhängig vom Konzept

Für die Projektierung dieser allfälligen Massnahmen braucht die Gemeinde aktuelle Verkehrszahlen als Basis. Eine entsprechende Erhebung hat der Gemeinderat in Auftrag gegeben. «Die Verkehrszählung hat aber höchstens indirekt einen Zusammenhang mit dem Gesamtverkehrskonzept», erklärt Mäder. «Sie dient primär unserer eigenen Verkehrspolitik und soll zeigen, von wo die Fahrzeuge wohin fahren.»

Hans MäderGemeindepräsident Eschlikon

Hans Mäder
Gemeindepräsident Eschlikon

Anhand der Zahlen könne man dann herausfinden, welche Massnahmen nötig und möglich seien. Unter anderem für die Bahnhofstrasse, zu der ein Betriebs- und Gestaltungskonzept im Agglomerationsprogramm der vierten Generation enthalten ist. Eine weitere dieser möglichen Massnahmen ist im kantonalen Richtplan nicht mehr aufgeführt, wird aber jetzt wieder zum Thema: eine Eschliker Umfahrung. Hans Mäder präzisiert:

«Wir sprechen hier aber von einer Entlastungsstrasse.»

In erster Linie gehe es nämlich darum, etwas zu entlasten – etwa Eschlikon von dem Industrieverkehr. Die Linienführung der allfälligen Strasse ist noch nicht definiert. «Ein Vorprojekt hat es für eine Strasse am Ziegeleiweiher vorbei gegeben», sagt Mäder. Dagegen spreche aber einerseits das dortige Naturschutzgebiet. Und andererseits, dass der Verkehr so nur nach Wallenwil umgeleitet würde.

Eine weitere Variante führt über die heutige Stockenholzstrasse. Von der Realisierung einer Entlastungsstrasse ist man derzeit allerdings noch weit entfernt. «Zunächst führen wir die Verkehrszählung durch, um zu sehen, ob die Planung einer solchen Entlastung überhaupt Sinn macht», sagt Hans Mäder.