Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Eine Thurgauerin lebt für den Dinkel

Simona Frei ist Präsidentin der IG Dinkel. Die Littenheiderin baut das Getreide an und kocht mit fast keinem anderen Mehl mehr. Eine Spezialität von ihr ist das Kernotto, eine Art Risotto mit UrDinkel-Kernen.
Geraldine Bohne
Simona Frei aus Littenheid ist Präsidentin der IG Dinkel. (Bild: Reto Martin)

Simona Frei aus Littenheid ist Präsidentin der IG Dinkel. (Bild: Reto Martin)

«Mein absolutes Lieblingsrezept ist der Kirschen-Pie.» Die 26-jährige Simona Frei aus Littenheid backt gerne. Dabei benutzt sie ausschliesslich UrDinkelmehl. «Für mich ist es das wertvollste Getreide. Dafür lebe ich», sagt die gelernte Landwirtin. Simona Frei ist seit Mitte März Präsidentin der Interessensgemeinschaft Dinkel. «Das Getreide fasziniert mich sehr.» Auf dem gepachteten Hof ihrer Eltern besitzt sie selbst zwei bis vier Hektaren eigenen UrDinkel, in ihrer Küche findet man fast kein anderes Mehl mehr.

Fasziniert von der Höhe und der Beschaffung des Dinkels

Der UrDinkel sei ihr Hobby, ihre Leidenschaft. Die Freude zum Getreide wurde durch Freunde aus Luzern entfacht. Frei war mit dabei, als sie das Korn gedroschen haben. Von da an, war sie fasziniert. «Der Dinkel hat eine schöne Höhe und das Korn ist im Spelz (Hülse) eingepackt.» So kaufte die Landwirtin Saatgut und säte im Herbst 2014 ihren ersten UrDinkel an. «Von da an, habe ich viel recherchiert, was für Produkte aus dem Getreide gemacht werden können», sagt Simona Frei. Ihr Fazit: «Aus UrDinkel kann man fast alles machen, nicht nur Brot.» So koche sie manchmal ein Kernotto, eine Art Risotto ohne Reis dafür mit Urdinkel-Kernen.

Als Präsidentin der IG Dinkel ist es ihre Aufgabe, die Interessen der Produzenten und der Verarbeiter zusammenzuführen. Ausserdem hat Frei Mitsprache bei Werbekampagnen in der Schweiz. «Es ist wichtig, dass wir in der Schweiz produzieren können und dafür einen entsprechenden Erlös erwirtschaften. Die Vermarktung spielt dabei eine sehr wichtige Rolle.» Die Zeit für die Interessensgemeinschaft nimmt sie sich in ihrer Freizeit, denn Simona Frei arbeiten Vollzeit und betreibt mit ihrem Freund Landwirtschaft. «Ich finde es schön, dass ich für das, was ich lebe, mich einbringen und mein Interesse vertreten kann.»

UrDinkel ist von Natur her ökologisch

«Die Nachfrage nach UrDinkel wird grösser», weiss Simona Frei. Dieses Getreide ist ökologisch, denn der Anbau von UrDinkel ist ausschliesslich auf IP-Suisse und Bio Suisse anerkannten Betrieben erlaubt. Die Marke UrDinkel bezeichnet nur alte, nicht mit Weizen gekreuzte Dinkelsorten. Der Halm der Dinkelpflanze ist deutlich höher als ein Weizen und die Körner sind fest im Spelz eingeschlossen. Dieser schützt vor Umwelteinflüssen wie Kälte, Nässe und Trockenheit aber auch vor Schädlingen und Umweltgiften. Deshalb ist das Getreide ideal für den ökologischen Anbau. Da es nach dem Dreschen immer noch im Spelz eingeschlossen ist, muss der Röllmüller bei einem speziellen Verfahren, dem Röllen, das Korn befreien. «In dieser Hinsicht ist es ein sehr anspruchsvolles Getreide», sagt Simona Frei.

Der UrDinkel ist ein ökologisches Getreide. (Bild: Reto Martin)

Der UrDinkel ist ein ökologisches Getreide. (Bild: Reto Martin)

UrDinkel-Zopf

Zutaten für zwei Zöpfe

Brühstück
260 g Wasser
200 g UrDinkel-Weissmehl oder Halbweissmehl

Teig
800 g UrDinkel-Weissmehl oder Halbweissmehl
3 Teelöffel Salz
40 g Hefe, zerbröckelt
ca. 4,5 dl Milch
75 g Butter, in Stücke geschnitten
wenig Mehl zum Formen
1/2 Ei, verquirlt, zum Bestreichen


Zubereitung
-Brühstück: Wasser aufkochen und zum Mehl giessen, rühren bis die Masse glatt und kompakt ist. Brühstück auskühlen lassen, über Nacht zugedeckt in den Kühlschrank stellen.
-Teig: Mehl und Salz mischen und eine Mulde formen. Hefe mit der Milch anrühren, dazugiessen. Butter und Brühstück beifügen. Kurz zu einem feuchten glatten Teig kneten. Zugedeckt ein bis zwei Stunden aufgehen lassen
-Teig kurz aufziehen und nochmals 20–30 Minuten aufgehen lassen.
Teig vierteln und daraus zwei Zöpfe flechten und anschliessend mit Ei bestreichen
-Backen: Blech in die untere Hälfte des auf 230 Grad vorgeheizten Ofens schieben. Temperatur auf 200 Grad reduzieren, Zöpfe 40–45 Minuten backen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.