Eine sportliche Frauenfelder Fasnachtsunterhaltung

Eishockey, Bettsport und versteckte Hanfanlagen: Die Fasnachtsunterhaltung der Murganesen war kurzweilig und beanspruchte die Lachmuskeln der Besucher.

Viola Stäheli
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«Dä Hockeyaner» vermisst auf der Murganeser Bühne sein Bier.

«Dä Hockeyaner» vermisst auf der Murganeser Bühne sein Bier.

(Bild: Viola Stäheli)

Die Haare lassen sich kaum unter den Helm zwängen. Aber das kümmert «dä Hockeyaner», gespielt von Pablo Moiron, ziemlich wenig. Viel mehr ist er darüber besorgt, dass er immer noch kein Bier in der Hand hält. Denn Hockey ohne Bier sei wie Fussball ohne Schwalbe – schlicht und ergreifend undenkbar. Bald richten sich seine bissigen Bemerkungen aber gegen Politiker und Umweltschutz: Ohne eine Eishalle, die einiges an Stromenergie verschlingt, sehe die Zukunft für die Hockeyaner düster aus.

«Sportlich» heisst das Motto der diesjährigen Frauenfelder Fasnacht. Ganz so einen sportlichen Eindruck erweckte aber die Fasnachtsunterhaltung der Murganesen vor dem Auftritt des «Hockeyaners» nicht. Zu Beginn stand die neue Uniform der Murganesen im Rampenlicht: Die Mitglieder des 13er-Rates präsentierten die verschiedenen Modelle, zwischen denen es sich zu entscheiden galt.

Einheitlich uniformiert erschienen allerdings Obernärrin Antonella I. und ihre Begleiterinnen Nadine Läderach und Sandy Badertscher. Die Frauenfelderin begrüsste die rund 300 Besucher der Unterhaltung – und kam zugleich auf das Motto «Sportlich» zu sprechen. Sie selbst hat sich bereits im Golfen probiert und musste sich auch die Frage gefallen lassen, ob sie schon Golf spiele oder noch Sex habe. Die Bemerkung sorgte für Gelächter.

Akrobatik-Duo sorgt für Nervenkitzel

Ivan Gubler, Moderator des Abends, zieht den Hometrainer dem Golfen vor. Nicht zuletzt, weil man es sich dabei gemütlich machen und sich etwa die deutsche Fernsehsendung «Das Supertalent» anschauen kann. «Da habe ich das erste Mal das Duo Intense-Feelings gesehen – und ich kann es noch immer fast nicht glauben, dass Ioulia Ioudina und Fabien Ropraz heute Abend auf unserer Bühne ihr Können zeigen!»

Mit ihrer Mischung aus Akrobatik und Rock’n’Roll vermochte das Duo tatsächlich die Anwesenden zum Staunen zu bringen – und auch für Nervenkitzel zu sorgen, wenn Fabien Ioulia durch die Luft wirbelte.

Weniger um akrobatischen Rock’n’Roll, dafür mehr um Bettsport ging es bei «Fräuli und Läuli». Die Frauenfelder Maskottchen freuten sich über die fünf Tage Ferien, in denen die Stadt in närrischer Hand lag. Während «s’Läuli» der neuen Löwendame im Plättli Zoo einen Besuch abstatten wol­lte, machte sich «s’Fräuli» auf den Weg zur Kartause Ittingen. Aber ob sie je an ihre Ziele angekommen sind, ist fraglich – sie haben sich nämlich zum Test eines Mitfahrbänklis entschieden.

Ein Chat, der nur «Schafseckel-Kevin» kannte

Nach der Pause betrat «Schafseckel-Kevin», gespielt von Mathias Frei, die Bühne. Sein Auftritt beanspruchte die Lachmuskeln der Besucher besonders: Nicht zuletzt wegen des brisanten Chats zwischen Stadtpräsident Anders Stokholm und seinem Vorgänger Carlo Parolari, in dem es nicht nur um einen ungehorsamen Gemeinderat, sondern auch um im Spital versteckte Hanfanlagen ging. Das Ganze spitzte sich zu, als Fabrizio Hugentobler und Barbara Dätwyler zum Chat dazustiessen.

Den nahenden Abschluss der Unterhaltung kündigte der Auftritt des Trios Infernale an, welches «Atemlos durch die Nacht» von Helene Fischer zu einem Frauenfelder Original umwandelte. Für das tobende Finale sorgten die Frauenfelder «Rungglä-Süüder», die mit Pauken und Trompeten den närrischen Abend feierten.