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Eine Schülerin aus Irland gastiert an der Kanti Frauenfeld

Seit Mitte August ist die irische Gastschülerin Kayla Taitz in Frauenfeld. Für sie stehen der Schritt ins Unbekannte und die Erfahrung einer neuen Kultur im Vordergrund. Aufgefallen sind ihr bereits die Schweizer Pünktlichkeit und das typisch kehlige «Ch» der Mundart.
David Grob
Die irische Gastschülerin Kayla Taitz geht ein Jahr an der Kanti Frauenfeld in die Schule. (Bild: Donato Caspari)

Die irische Gastschülerin Kayla Taitz geht ein Jahr an der Kanti Frauenfeld in die Schule. (Bild: Donato Caspari)

«It’s exciting to step into the unknown – it’s an adventure», sagt die 17-jährige Kayla Taitz. Als Schritt ins Unbekannte beschreibt die irische Gastschülerin poetisch ihren Auslandsaufenthalt an der Kanti Frauenfeld, der vor zwei Wochen begonnen hat.

Das Gespräch mit Taitz wird auf Englisch geführt. «Das gesprochene Deutsch ist für sie im Moment noch schwierig», meint Oliver Szokody, ihr Klassenlehrer und der an der Kanti Frauenfeld für Gastschüler verantwortliche Prorektor. Sich schriftlich auszudrücken, falle ihr schon deutlich leichter. Wenig erstaunlich bereitet ihr auch das Schweizerdeutsche Verständnisprobleme. Taitz sagt:

«Ich wusste zwar, dass Unterschiede zwischen Schweizerdeutsch und Hochdeutsch bestehen, aber ich kann sie noch nicht wirklich ausmachen.»

Das sei bisweilen frustrierend. «Mir sind vor allem die vielen ‹Ch› aufgefallen», sagt Taitz lachend. Ein Lehrer in Irland habe sie gewarnt, dass sie nach ihrem Aufenthalt einen starken Schweizer Akzent annehmen werde.

Langsame Kommunikation in Deutsch und Englisch

In Irland hat Taitz drei Jahre Deutschunterricht besucht. «Der Unterricht ist aber ganz anders als der Fremdsprachenunterricht hier an der Kanti.» Das Niveau ihrer neuen Klassenkameraden im Englisch sei höher als dasjenige ihrer alten Mitschüler in Fremdsprachen. Momentan bereitet ihr das Verständnis in den Lektionen bisweilen noch Mühe. «Manchmal sitze ich im Unterricht und verstehe nur sehr wenig», sagt sie. Aber ihre Mitschüler seien jeweils sehr hilfsbereit und erklären ihr das Wichtigste. «Sie sprechen langsam Deutsch oder Englisch», sagt sie.

Auch für sie selbst gestaltet sich die Kommunikation mit ihren Klassenkameraden teilweise noch schwierig. «Manchmal sage ich etwas auf Deutsch und alle schauen mich komisch an», schmunzelt Taitz. Dann versuche sie jeweils, Wort für Wort ihre Botschaft zu vermitteln.

Pünktlichkeit und Prüfungen

Schnell hat Taitz kulturelle Unterschiede zwischen Irland und der Schweiz festgestellt, unter anderem die Pünktlichkeit. «Wenn wir in Irland um Sieben Uhr abmachen, dann kann es auch mal halb Acht werden», sagt sie. Hier sei dies deutlich anders. Ausserdem starte der Unterricht sehr früh. «In Irland war der Schulbeginn jeweils etwa um Neun Uhr.»

Ein zweiter grosser kultureller Unterschied bestehe darin, dass die Schule in der Schweiz einen deutlich höheren Stellenwert einnimmt, meint Taitz. «In Irland gibt es im Prinzip zwei Testphasen am Ende der Schulstufen, die dann aber sehr umfassend sind», sagt sie. In der Schweiz indes zähle jeder noch so kleine Test. Taitz meint:

«That’s crazy, alle sind immer am Lernen.»

Nebst Taitz haben Mitte August eine Italienerin und eine Mongolin ihren Aufenthalt in der Kantonshauptstadt begonnen. «Die Kanti Frauenfeld bietet jährlich sechs Plätze für Gastschülerinnen und -schüler an», sagt Oliver Szokody. Drei davon entfallen auf die AFS, gemäss Szokody das älteste Schweizer Austauschprogramm. Die Organisation des Austausches läuft komplett über die privaten Austauschprogamm-Anbieter. Weiter wird ein Austausch komplett privat finanziert. Momentan ist ein Schüler der Kanti Frauenfeld mit dem Programm International Experience an einer Schule in den USA. «Normalerweise nehmen mehr unserer Lernenden einen Austausch wahr», sagt Szokody. Aber in der Regel seien trotzdem mehr Gastschüler hier, als dass Kantischüler im Austausch seien.

Ein irisches Trimester bleibt Taitz an der Kanti Frauenfeld. Im November wird sie wieder in ihre Heimat nach Irland zurückkehren.

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