Schlatt hat eine rote Null vor Augen

An der Bechtelistag-Budgetgemeindeversammlung hat das Stimmvolk dem Gemeinderat sein Vertrauen geschenkt. Erstmals budgetierte die Gemeinde keinen Ertrag aus dem Finanzausgleich mehr.

Thomas Güntert
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Dorfbrunnen in Oberschlatt. Die Gemeinde ersetzt die alten Gussleitungen. (Bild: Thomas Güntert)

Dorfbrunnen in Oberschlatt. Die Gemeinde ersetzt die alten Gussleitungen. (Bild: Thomas Güntert)

Gemeindepräsidentin Marianna Frei erinnerte sich in ihrer Begrüssung daran, wie die Politische Gemeinde Schlatt vor 20 Jahren aus dem Zusammenschluss der Ortsgemeinden Mett-Oberschlatt und Unterschlatt entstanden ist und konnte als speziellen Gast den seinerzeit ersten Schlatter Gemeindeammann Hans Frei begrüssen.

Geringer Verlust von 12'500 Franken

Frei stellte den 149 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Budget des laufenden Jahres vor, das bei einem Aufwand von knapp fünf Millionen Franken und einem gleichbleibenden Steuerfuss von 50 Prozent einen geringen Verlust von 12'500 Franken erwarten lässt. Den prognostizierten Steuereinnahmen von rund 1,5 Millionen Franken stehen vor allem im Bereich Gesundheit grössere gebundene Ausgaben gegenüber.

Finanzreferentin Dominique Bossert erwähnte, dass der Gemeinderat erstmals darauf verzichtet hat, einen Ertrag aus dem kantonalen Finanzausgleich zu budgetieren, da die Gemeinde Schlatt bereits 2018 nicht mehr zu den Bezügern gehörte. Für die Festivitäten 20 Jahre Einheitsgemeinde budgetierte sie 20'000 Franken als Ausgaben. Die Netto-Investitionen belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Franken.

Viel Geld für Schaltanlagen und Wasserleitungen

Vor den Budgetberatungen genehmigte die Gemeindeversammlung in Schlatt einen Bruttokredit von 1,85 Millionen Franken für die Sanierung vom Wasserleitungsnetz und 90'000 Franken für den Ersatz der Schaltanlage in der Trafostation Schneckenacker.

Werkverwalter Heinz Mathys erklärte, dass die Gemeinde fünf Schaltanlagen besitzt, die aufgrund irreparabler Gummimanschetten ersetzt werden müssen. Die Mittelspannungsanlage in der Trafostation Schwedenacker ist aus Sicherheitsgründen am dringlichsten, und das Eidgenössische Starkstrominspektorat hat die Gemeinde zum raschen Handeln aufgefordert. Mathys erklärte zudem, dass es im 117 Jahre alten Wasserleitungsnetz zunehmend zu Rohrleitungsbrüchen kommt und deshalb die doppelt geführte Gusswasserleitung zwischen dem Reservoir Cholfirst und der Mettschlatterstrasse durch eine Kunststoffleitung ersetzt wird. Im Zuge dieser Sanierung wird im entsprechenden Abschnitt auch das Elektrizitätsnetz erneuert, die Strassen saniert und die Beleuchtung den heutigen Anforderungen angepasst.

Der Werkverwalter empfahl den Hauseigentümern, im Zuge der Bauarbeiten auch die mehrheitlich über 30- jährigen Hausanschlüsse zu ersetzen und die durch die Bauarbeiten entstehenden Synergien zu nutzen. Der Tiefbaureferent Reto Vetter erklärte, dass die Kosten für die 535 Laufmeter Strasse rund 650'000 Franken betragen. Dabei fliessen 420'000 Franken in das Projekt ein, die die Gemeinde vom Kanton für die Übernahme der Kantonsstrasse K2 erhalten hat. (gün)

Der Gemeinderat erhält Konkurrenz

Marianna Frei informierte die Versammlung, dass sich bei den Gesamterneuerungswahlen am 10. Februar nebst dem kompletten Gemeinderat zwei weitere Kandidatinnen zur Wahl stellen: Gabriella Speich und Martha-Maria Schraner. Beide waren jedoch an der Gemeindeversammlung nicht anwesend.

Jemand bemängelte die Busverbindung, die seit dem Fahrplanwechsel viel schlechter seien und forderte den Gemeinderat auf, Möglichkeiten zu suchen, um den öffentlichen Verkehr wieder attraktiver zu machen. «An dem Problem sind wir dran», sagt Gemeinderat Cyrill Veraguth. Er befürchte jedoch, dass die Kosten ein Problem seien.

Kanton beteiligt sich an belastetem Strassenabschnitt in Schlatt

Nach früheren Diskussionen machten die Schlatter Stimmbürger nun Nägel mit Köpfen. Die Gemeinde übernimmt zwar ein Strassenstück vom Kanton. Dieser muss aber einen Beitrag an kommende Tiefbauarbeiten leisten. Zudem hiess das Stimmvolk die Rechnung mit einem Defizit gut.
Thomas Güntert