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Eine Ritterin auf dem E-Bike

Ihr erster Traumberuf war Lehrerin. Heute ist Christina Egli im Schloss Arenenberg tätig und Mitglied der französischen Ehrenlegion.
Interview: Christian Ruh
Christina Egli arbeitet im Schloss Arenenberg. (Bild: Andrea Stalder)

Christina Egli arbeitet im Schloss Arenenberg. (Bild: Andrea Stalder)

Was hat Sie die letzte Woche besonders beschäftigt?

Christina Egli: Zwei Sachen – eine Sonderausstellung in Pforzheim, an die wir etwa 50 Ausstellungsstücke ausleihen. Und die Überarbeitung eines Textes über Napoleon III. als Beitrag für ein Buch eines französischen Kollegen.

Warum wohnen Sie in Kreuzlingen?

Ich bin in Holland geboren, und in Frankreich aufgewachsen. Meine Eltern sind Schweizer, deshalb besitze ich auch den Schweizer Pass. Später bin ich nach Deutschland gezogen und habe während 35 Jahren in Konstanz gewohnt. Vor sechs Jahren hat mir eine Bekannte, die in Kreuzlingen wohnte, einen Wohnungstausch angeboten. So bin ich nach Kreuzlingen gekommen. Ich wohne sehr gerne am Bodensee.

Angenommen, Sie müssen den Thurgau verlassen – an welchen Ort würden Sie ziehen?

An die französische Atlantikküste. Ich bin in Antibes, am Mittelmeer, aufgewachsen. Ich brauche Wasser zum Leben – wenn es weniger als im Bodensee hat, wird es für mich schwierig.

Was ist Ihre zweite Heimat?

Meine erste Heimat ist eigentlich Frankreich, da bin ich aufgewachsen. Somit ist die Bodenseeregion, wo ich jetzt schon lange wohne, meine zweite Heimat.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Der Seepark in Kreuzlingen beispielsweise, da gehe ich gerne spazieren. Oder auch das Café La Trouvaille in Frauenfeld. Dort treffe ich mich mit Französinnen und Welschschweizerinnen zum Kaffeetrinken und Französischsprechen.

Was tun Sie für den Umweltschutz im Alltag?

Die Stadt Kreuzlingen hat ein Angebot, bei dem jene, die Ökostrom beziehen, ein E-Bike mieten können. Ich radle nun ziemlich viel damit herum. Ich schaue auch darauf, etwa Tomaten lose oder im Karton zu kaufen und meine Elektrogeräte nicht auf Standby zu lassen. Solche kleinen Dinge, die jeder selbst machen kann.

Haben Sie ein Morgen-Ritual?

Ich brauche Kaffee, am besten einen Eimer voll. Dann kann der Tag beginnen. Und ich brauche Zeit, oft etwa eine Stunde.

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Ich fahre Velo, mache Tai-Chi und versuche, so oft wie möglich selbst zu kochen – aber nicht gerne aufwendig.

Ihr Restaurant-Tipp lautet …

Ich war vor kurzem in der «Tollen Knolle» in Konstanz, wo alles mit Kartoffeln zubereitet wird; das war sehr lecker!

Was für ein Gericht würden Sie sich für Ihre letzte Mahl wünschen?

Eine Portion Pommes mit viel Mayonnaise. Aber es müssen sehr gute Pommes sein.

Bier, Wein, Cola oder Kaffee: Worauf könnten Sie verzichten?

Auf Cola. Die trinke ich eigentlich nur, wenn ich viel Auto fahre und schon zu viel Kaffee intus habe.

Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen?

Die Spaghetti von meiner Mutter und Linzertorte, welche ich immer zum Geburtstag bekommen habe.

Was ist Ihre schönste Kindheitserinnerung?

Früher sind wir in der Familie sehr viel unterwegs gewesen, darum habe ich viele schöne Erinnerungen von jenen Reisen. Und: Hinter dem Haus hatte es drei Olivenbäume und ich erinnere mich, dass wir Kinder immer drauf geklettert sind – in Südfrankreich konnte man nämlich das ganze Jahr über draussen spielen.

Unter welchem Namen kennen Ihre Freunde Sie?

Als Kind wurde ich «Cric» genannt. Aber so nennen mich nur noch jene, die mich von damals noch kennen – und auch nur sie dürfen das.

Haben Sie ein Lieblingstier und was bewundern Sie daran?

Ich bin ein Katzenmensch, will aber momentan keine halten, da ich mit der Arbeit zu sehr eingespannt und abwesend bin. Dafür kommen Nachbarskatzen oft vorbei. Wölfe bewundere ich auch, aber die kann man nicht zu Hause halten.

Worauf freuen Sie sich an einem freien Wochenende?

Oft muss ich am Samstag noch Sachen erledigen, welche ich unter der Woche nicht geschafft habe. Aber als ich seit langem wieder einmal einen komplett terminlosen Sonntag hatte, war Cocooning angesagt: Tee trinken und lesen.

Wohin war Ihre weiteste Reise?

St. Helena, die Insel im Atlantischen Ozean. Dort war ich schon einige Male in meinem Leben. Das bedeutete vor einiger Zeit noch elf Stunden Flug nach Kapstadt und dann fünf Tage unterwegs auf dem Schiff sein. Heute kann man in sechseinhalb Stunden von Johannesburg in Südafrika hinfliegen.

Welche Religion fasziniert Sie?

Buddhismus. Ich sehe das nicht als Religion, sondern als Lebensphilosophie. Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen, habe mich aber davon abgewendet. Buddhismus ist für mich eher eine Lebenseinstellung im Umgang mit Menschen und Natur.

Welches Gerät nehmen Sie lieber nicht in die Hand?

Die Heckensäge. Ich bewundere meinen Nachbarn, der seine Hecken immer schön akkurat schneidet.

Was ist Ihr heimliches Hobby?

Ich mache mit einer Freundin Geocaching. Das ist eine moderne Schatzsuche mittels GPS-Daten – das sind regelrechte Entdeckungstouren, die man so unternimmt.

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Meinen Rucksack. Da ist alles drin, Portemonnaie, Schlüssel und auch ein Buch, falls ich mal auf jemanden oder etwas warten muss.

Mit welchem Vornamen würden Sie neu ins Leben starten wollen?

Mit dem, den ich habe. Aber vielleicht etwas exotischer geschrieben – mit einem K.

Was posten Sie auf Social Media?

Fast nichts. Ich benutze sie meistens, um zu sehen, was bei Freunden oder Arbeitskollegen vorgeht – gerade bei denjenigen, die in Frankreich ebenfalls mit Napoleon zu tun haben.

Was haben Sie zuletzt im Internet gekauft?

Ein «Dryve». Das ist eine Haube, die man übers Fahrrad spannt und die vor Regen und Kälte schützt. Mein Nachbar hat das entwickelt.

Lügen Sie manchmal? Bei welchen Gelegenheiten?

Eigentlich versuche ich, nicht zu lügen. Ausser vielleicht am Telefon bei Werbeanrufen die klassische Notlüge, dass ich keine Zeit habe.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?

Bücher, mein Wecker, Steine aus dem Urlaub, eine Klangschale und ein kleiner Buddha – Urlaubserinnerungen.

Mit welchem Menschen würden Sie gerne einen Tag lang tauschen?

Mit der Pianistin Hélène Grimaud in ihrem «Wolf Conservation Center» im Bundesstaat New York. Einen Tag lang mit den Wölfen und den Pflegern zusammen zu arbeiten, stelle ich mir sehr spannend vor.

Ihr erster Traumberuf war?

Grundschullehrerin.

Warum ist daraus nichts geworden?

Eigentlich wollte ich an der Uni Englisch studieren, aber meine Eltern waren der Meinung, ich sollte einen sicheren Beruf lernen. So bin ich zunächst Sekretärin, dann schliesslich Bibliothekarin geworden.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Ich glaube als Lehrerin. Besonders als Grundschullehrerin, denn ich hätte einfach zu wenig Geduld für diesen Beruf gehabt.

Was sind Ihre aktuellen Projekte?

Wir arbeiten zurzeit an einer Datenbank über die Gesamtkorrespondenz von Napoleon III., die online einsehbar sein wird. Bis jetzt ist noch nichts in diesem Umfang erschienen.

Wenn Geld kein Problem wäre, welches Auto würden Sie sich kaufen: …

Eine Ente. Der Citroën 2CV wird schon lange nicht mehr produziert und man braucht einen guten Mechaniker, das würde sicher einiges Kosten.

Wann können Sie eigentlich ruhig einschlafen?

Wenn ich kein viertelstündliches Glockengeläute hören muss.

Wissen Sie, was auf Ihrem Grabstein stehen soll?

Es wird keinen Grabstein geben, weil ich auf einem Waldfriedhof beerdigt werden will, mit Seeblick.

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