Eine Premiere im Thurgau: Der Dettighofer Ralf Köhler fährt neu mit sauberem Wasserstoff

Bei der Garage H.+E.Roth AG in Dettighofen war am Samstag Schlüsselübergabe eines besonderen Autos. So wurde nämlich das erste wasserstoffbetriebene Personenfahrzeug im Thurgau in Verkehr gesetzt.

Claudia Koch
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Autoverkäufer Marcel Roth überreicht Kunde Ralf Köhler den Schlüssel für das erste im Kanton Thurgau in Verkehr gesetzte Auto mit einem Wasserstoffantrieb.

Autoverkäufer Marcel Roth überreicht Kunde Ralf Köhler den Schlüssel für das erste im Kanton Thurgau in Verkehr gesetzte Auto mit einem Wasserstoffantrieb.

(Bild: Claudia Koch)

Zufall war es, dass Ralf Köhler aus Dettighofen im Internet auf dieses Auto gestossen ist.

«Mir gefiel das Modell auf Anhieb.»

Das sagt der glückliche Neuwagenbesitzer. Doch nicht nur das Äussere, auch die inneren Werte, sprich die Technik, überzeugten ihn. Denn der Hyundai Nexo wird mit Wasserstoff angetrieben. So suchte er nach einem Händler, der ihm dieses neuartige Elektrofahrzeug besorgen konnte. Fündig wurde er bei der Garage H.+E. Roth AG, also praktisch vor seiner Haustüre. Am Samstagvormittag fand die Übergabe des Autos statt.

Für diese Bestellung betrat Autoverkäufer Marcel Roth ebenfalls Neuland. Entsprechend machte er sich mit der neuen Technik vertraut, wie etwa den drei Wasserstoffbehältern, die unter grossem Druck stehen und regelmässig kontrolliert werden müssen.

«Es ist der 5035. Hyundai Nexo, der weltweit ausgeliefert wurde.»

Das sagt Roth. Dass diese Art des Antriebs Zukunft hat, ist für ihn unbestritten. Denn der Ausstoss dieser Fahrzeuge besteht aus reinem Wasser.

Das Tankstellennetz wird ausgebaut

Der Hyundai Nexo.

Der Hyundai Nexo.

(Bild: PD)

Ralf Köhler, der bis jetzt ein Auto mit Benzinmotor gefahren hat, sorgt sich um die Umwelt. «Wir müssen uns der Herausforderung stellen und umdenken», lautet sein Credo. Der Gletscherschwund, der Raubbau der Natur, all dies hat ihn zum Handeln bewogen. Ein Elektroauto mit Steckdosenanschluss sei aber nicht sein Ding, deshalb habe er eine Alternative gesucht und gefunden, die zudem mehr Reichweite erzielt. Damit Roth sich ein solch innovatives Auto zutun würde, müssten zwei Kriterien erfüllt werden:

«Der Kaufpreis liegt im Moment noch rund ein Drittel höher als bei einem Auto derselben Kategorie.»

Bei höherer Nachfrage würden die Preise aber sinken. Zudem fehlen noch entsprechende Tankstellen. Aktuell ist die nächste Tankstelle in Dübendorf, was für Köhler eine Herausforderung, aber kein Hindernis darstellt. Für 2021 ist in Frauenfeld eine Tankmöglichkeit geplant, und bis 2023 sollen 1600 Lastwagen mit wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen auf Schweizer Strassen unterwegs sein. Deshalb werde das Tankstellennetz laufend ausgebaut. «Für mich ist diese Technik zukunftsweisend und eine Herzensangelegenheit», sagt Köhler.

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Bruno Knellwolf