Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Eine Genetikerin gewinnt den neuen Thurgauer Wissenschaftspreis

Die 31-jährige Meret Huber wird für ihre Untersuchung von Erbgutschäden an Teichlinsen ausgezeichnet
Manuela Olgiati
Meret Huber wendet sich per Video an die Gäste der Preisverleihung. (Bild: Reto Martin)

Meret Huber wendet sich per Video an die Gäste der Preisverleihung. (Bild: Reto Martin)

Meret Huber untersuchte, wie schnell das Genom der Teichlinse, die im Thurgau heimisch ist, mutiert, und sie wies Fehler im Erbmaterial pro Generation nach. Die Teichlinse ist eine frei flottierende Schwimmblattpflanze. Hubers Arbeit trägt den Titel «Low genetic variation is associated with low mutation rate in the giant duckweed».

Dafür erhielt die 31-jährige Genetikerin am Mittwoch in der Aula der Kantonsschule Frauenfeld den mit 15000 Franken dotierten Forschungspreis Walter Enggist. Kurz vor der Geburt ihres dritten Kindes konnte sie nicht persönlich an der Verleihung teilnehmen. Sie wandte sich via Videobotschaft an die 80 Teilnehmer.

Huber leitet in Münster Nachwuchsforscher

Huber absolvierte an der Kantonsschule Frauenfeld die Matura, erwarb an der Universität Zürich den Master in Biologie und promovierte am Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena.

Heute ist sie Nachwuchsforschungsgruppenleiterin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Huber will mit dem Preisgeld das erbgutschädigende Potenzial eines Herbizids über mehrere Generationen einer Pflanze hinweg untersuchen.

"Hubers Forschungsergebnisse sind besonders in der Diskussion um Biodiversität aktuell"

sagte Sibylle Minder Hochreutener, die Vorsitzende der Beurteilungskommission in ihrer Laudatio.

Die Beurteilungskommission sei besonders beeindruckt von der Präsentation der Arbeit Hubers. Denn erstmals konnte experimentell nachgewiesen werden, dass Mutationsraten die genetische Diversität innerhalb von Arten erklären. Huber habe modernste genetische Analysemethoden eingesetzt.

Die Arbeit zeuge von einer hohen wissenschaftlichen Qualität, die durch die Publikation in der renommierten Fachzeitschrift «Nature Communications» unterstrichen werde. «Ausserdem kann mit dem Preis die Karriere einer jungen Thurgauer Wissenschaftlerin gewürdigt werden», so Minder Hochreutener weiter. Der Walter-Enggist-Preis wird vom Kompetenzbündel Thurgau Wissenschaft vergeben.

Stifter vermachte sechs Millionen Franken

Seinen Namen hat er vom 2016 verstorbenen Frauenfelder Walter Enggist, der dem Amt für Archäologie und der Kantonsbibliothek sechs Millionen Franken vermachte, wie Hansjörg Brem, der Leiter des Amtes für Archäologie, erklärte.

Die Beurteilungskommission prüfte 14 Arbeiten von Thurgauer Forschern. Nebst Meret Huber gehörte auch Michael Blaser zu den Nominierten. Blaser ist Projektleiter am Biotechnologie-Institut Thurgau und entwickelte einen neuen Ansatz zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Nominiert wurde auch der Historiker Jonas Komposch.

Als Überraschung wurde neu auch der 1. Nachwuchsforschungspreis verliehen; er ging an Jonas Komposch. (Bild: Reto Martin)

Als Überraschung wurde neu auch der 1. Nachwuchsforschungspreis verliehen; er ging an Jonas Komposch. (Bild: Reto Martin)


Nachwuchspreis für Historiker

Der Historiker Jonas Komposch erhält als Erster den mit 3000 Franken dotierten Nachwuchsforschungspreis der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und Forschung. Er schrieb an der Universität Zürich die Masterarbeit «Landtrottel gegen Grossstadtpöbel. Stadt-Land-Diskurs und Bauernstandsideologie während des Generalstreiks 1918 im Kanton Thurgau».

Monika Knill, Regierungsrätin und Stiftungspräsidentin sagte, «der junge Historiker schliesst eine Lücke in der Sozialgeschichte des Kantons Thurgau». Bei der Auseinandersetzung zum Generalstreik handle es sich um eine eigenständige Forschungsarbeit Komposchs, die sich von bisherigen Darstellungen unterscheide. (mao)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.