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Der Anästhesist überwacht während der Operation ständig die Patientin und deren Werte. (Bild: Reto Martin)

Der Anästhesist überwacht während der Operation ständig die Patientin und deren Werte. (Bild: Reto Martin)

Serie

Eine blutige Angelegenheit: Im Operationssaal des Kantonsspitals Münsterlingen

Sommerserie Kantonsspital Münsterlingen (Teil 4) : Es geht brachial zu und her bei einer Kniegelenk-Operation – und es wird zementiert.
Rahel Haag
(Bild: Reto Martin)(Bild: Reto Martin)
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Eine blutige Angelegenheit: Im Operationssaal des Kantonsspitals Münsterlingen

Ein kleiner Pfeil ziert die Haut der 77-Jährigen, die bereits in Narkose liegt. Er deutet auf ihr linkes Knie.

«Dank der Markierung wissen wir, welches Knie wir operieren müssen»

sagt Michael Schüler, Chefarzt der Orthopädie. Sie ist Teil eines Sicherheitskonzepts und muss eindeutig sein. In den USA habe ein Chirurg einmal das falsche Bein operiert. «Es war mit einem Kreuz markiert», sagt Schüler. Der Chirurg habe daraus fälschlicherweise geschlossen, dass die Operation für das andere Bein vorgesehen sei.

Die Patientin auf dem Tisch erhält heute eine Kniegelenkprothese. Der Fachbegriff: Kniegelenktotalprothesenoperation. Schüler und die beiden Assistenzärztinnen tragen Vollmontur. Dazu gehört nebst der klassischen Operationskleidung ein sogenannter Helm.

Michael Schüler, Chefarzt Orthopädie. (Bild: Reto Martin)

Michael Schüler, Chefarzt Orthopädie. (Bild: Reto Martin)

Schüler setzt das Skalpell an, macht einen Schnitt. Mit Haken wird die Haut zurückgezogen. Die Kniescheibe ist zur Seite geklappt. Das Bein ist nun aufgestellt, das Knie gebeugt. Das Blut fliesst in kleinen Rinnsalen den Unterschenkel hinab. Schüler dreht den Kopf. Ein langer Blutspritzer zieht sich quer über das Sichtfenster des Helms. «Den tragen wir unter anderem genau aus diesem Grund.»

Eine Akkubohrmaschine für 30'000 Franken

Mitunter geht es brachial zu und her. Schüler bohrt Löcher in den Knochen. Das Geräusch erinnert an einen Besuch beim Zahnarzt. Er hält die Akkubohrmaschine in die Höhe. Optisch ist sie kaum von einer zu unterscheiden, die in Baumärkten verkauft wird. Kostenpunkt: 30'000 Franken. Kurz darauf greift Schüler zur Säge. «Sie läuft heiss», sagt er, «deshalb kühlen wir die Schnittstelle mit sterilem Wasser.» Dies verhindere das sogenannte Knochensterben.

Die Säge und die Akkubohrmaschine liegen bereit. (Bild: Reto Martin)

Die Säge und die Akkubohrmaschine liegen bereit. (Bild: Reto Martin)

Nachdem der Chirurg den obersten Teil des Schienbein- und den untersten Teil des Oberschenkelknochens mit der Säge entfernt hat, schiebt er einen Block in die entstandene Lücke. Es passt. Nun werden die Knochen der endgültigen Prothese angepasst. Diese bringt eine Kollegin. Die drei Einzelteile sind verpackt. Schüler kontrolliert, ob es sich um die richtige Prothese handelt.

«Diese Hightechprothese kostet 5000 Franken»

sagt er. «Michael, ich mach jetzt auf», sagt eine Kollegin. Schüler quittiert mit einem kurzen Ja.

Zement härtet innert zwölf Minuten vollständig aus

Die Kniegelenkprothese wird zementiert. Der grüne Knochenzement muss während dreissig Sekunden unter Vakuum angerührt werden. Damit er vom Knochen gut aufgenommen wird, muss dieser vorher mit einem sterilen, pulsierenden Wasserstrahl gereinigt werden. Es spritzt in alle Richtungen.

Der Technische Operartionsassistent mischt den Knochenzement an. (Bild: Reto Martin)

Der Technische Operartionsassistent mischt den Knochenzement an. (Bild: Reto Martin)

Nun muss es schnell gehen. Nach sechs Minuten muss das Knie gestreckt sein und darf nicht mehr bewegt werden, nach zwölf ist der Zement vollständig ausgehärtet. Der Fuss der Patientin wird hochgelagert. Nach rund anderthalb Stunden vernäht Schüler die Wunde. «Zumachen», nennt er es. Die Operation ist vorbei.

Nach der Operation bleiben die blutigen Tücher. (Bild: Reto Martin)

Nach der Operation bleiben die blutigen Tücher. (Bild: Reto Martin)

Seit 15 Jahren arbeitet Michael Schüler im Kantonsspital Münsterlingen, «drei bleiben noch», sagt er nach der Operation. Im Operationssaal sei es entscheidend, dass man miteinander arbeite, nicht gegeneinander. Vom Technischen Operationsassistenten hatte sich Schüler mit Handschlag verabschiedet. «Er ist ein alter Hase.»

Normalerweise müsse er als Chirurg ansagen, welches Instrument er als Nächstes benötige. «Heute musste ich in weit über 80 Prozent der Fälle nichts sagen.» Dadurch spare man Zeit und könne sich ganz auf die Arbeit konzentrieren. Auf den brachialen Aspekt der Operation angesprochen, sagt er:

«Dass die Orthopädie handwerklich ist, macht sie für mich besonders interessant.»

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