Eine besondere Dauerleihgabe im Ittinger Museum in Warth

Sie wurde im Auftrag der Ittinger Kartäuser gefertigt: Seit kurzem ist eine Glasscheibe aus dem 16.Jahrhundert zurück in Warth, jedoch nur als Leihgabe für die Ausstellung. 

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Die Glasscheibe aus dem 16.Jahrhundert.

Die Glasscheibe aus dem 16.Jahrhundert.

(Bild: PD)

(red) Ein Glasgemälde aus dem Jahr 1588 bereichert seit Februar als Dauerleihgabe des Schweizerischen Nationalmuseums das Ittinger Museum. Die ungewöhnlich grosse Scheibe entstand ursprünglich im Auftrag der Kartause Ittingen wohl in der Werkstatt des Zürcher Glasmalers Christoph Murer.

Die Schenkung von Glasgemälden war für Privatleute wie Körperschaften ein beliebter Brauch, um sich bei befreundeten Institutionen im Bewusstsein zu halten. Das grosse Glasgemälde, das neu im Ittinger Museum zu sehen ist, trägt eine Inschrift, in der Prior und Konvent der Kartause Ittingen genannt sind. Zudem sind zwei Ittinger Wappen zu sehen. Dies weist darauf hin, dass die Scheibe wohl kaum für die Präsentation in Ittingen geschaffen wurde, sondern vielmehr als repräsentatives Geschenk. Hinweise auf den Empfänger sind nicht vorhanden. Das Schweizerische Nationalmuseum erwarb die Scheibe 1891 bei der Versteigerung einer Privatsammlung in Konstanz.

Eine Hauptszene und rundherum zwölf Einzelszenen

Die annähernd quadratische Scheibe wird durch das kreisrunde Mittelfeld mit einer Darstellung des Generalkapitels des Kartäuserordens in der Grande Chartreuse dominiert. Um die Hauptszene ist ein Ring mit zwölf inschriftlich bezeichneten Einzelszenen angeordnet. Dabei handelt es sich um die Legende des heiligen Bruno von Köln, des Ordensgründers der Kartäuser. Nachgezeichnet wird das Leben des Ordensgründers von einem Bekehrungserlebnis über den Rückzug in die Einsamkeit und die Gründung der Grande Chartreuse bis zur Reise nach Rom und Kalabrien.

Das Glasgemälde wird im Winterrefektorium im Ittinger Museum gezeigt – im Rahmen einer Präsentation mit anderen Glasgemälden und Darstellungen des heiligen Bruno.

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