Eine Absage und viele Fragezeichen: Für die Sirnacher Fasnacht ist noch fast alles offen

Die Sirnacher Fasnacht verzichtet auf die Eröffnung am 11. November. Wie es danach weitergeht, wissen die Veranstalter noch nicht.

Olaf Kühne
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Kurz vor dem Lockdown: Muschelfee Joy Kayser eröffnet fliegend die Sirnacher Fasnacht 2020.

Kurz vor dem Lockdown: Muschelfee Joy Kayser eröffnet fliegend die Sirnacher Fasnacht 2020.

(Bild: Olaf Kühne, 20. Februar 2020)

«Ich meine natürlich die Hygienemasken», sagt Marco Meuri und lacht. Seinen Humor hat der Präsident der Sirnacher Fasnacht (SiFa) nicht verloren. Auch nicht angesichts der Vorgaben, welche sein Verein in Coronazeiten für eine Sirnacher Fasnacht in ihrer traditionellen Form umsetzen müsste. Als Beispiel benennt Meuri den samstäglichen Umzug: «Wir haben jeweils bis zu 15000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Die müssten wir in Sektoren à 300 Personen unterteilen – mit Maskenpflicht. Hygienemasken.»

Corona ist denn auch, wenig verwunderlich, Thema Nummer eins für die ehrenamtlichen Organisatoren der Sirnacher Fasnacht. «Wir haben uns schon während des Lockdowns mittels Telefonkonferenzen darüber ausgetauscht, wie wir die Fasnacht 2021 durchführen könnten», sagt Meuri. «Das Einzige, was wir derzeit sicher sagen können: Wir verzichten auf das Guggentreffen am 11.November.»

Damit entfällt nicht nur ein mit Fasnächtlern gefüllter Dreitannensaal, sondern auch der traditionelle erste Auftritt der neuen Sirnacher Muschelfee. Für Letzteres sei zwar auch, als eine Idee von vielen, eine virtuelle Präsentation denkbar, sagt Meuri. Fehlende Ideen seien denn auch nicht das Problem, sondern: «Wir haben absolut keine Planungssicherheit.» Aus just diesem Grund sagte der Fasnachtsverein Aadorf seinen Umzug bereits vor einer Woche komplett ab. «Dafür habe ich vollstes Verständnis», sagt Meuri. «Coronainfektionen an unserer Fasnacht wären für uns der Super-GAU.»

Mindestens Fahnen am Gemeindehaus

Ein vollständiger Verzicht ist für Meuri dennoch nur schwer vorstellbar. «Die Fasnacht ist eine eigene Zeit», sagt er. «Schlimmstenfalls werden wir vielleicht auch einfach nur unsere Fahnen am Gemeindehaus und an den Kandelabern aufhängen, um zu zeigen: Jetzt ist Fasnacht.» Man sei denn auch im ständigen Ideenaustausch mit befreundeten Fasnachtsvereinen wie Wil, Lenggenwil und Schwarzenbach. «Diese Kontakte haben im Moment aber mehr die Funktion einer Selbsthilfegruppe.»

Die traditionellen Fasnachtsanlässe kann sich Marco Meuri mit den aktuell geltenden Auflagen jedenfalls kaum vorstellen. «Um 300er-Rayons zu schaffen, müssten wir ganz Sirnach einhagen. Und am Umzug Kontaktdaten erfassen, ist schlicht nicht möglich.» Es sind aber nicht nur behördliche Auflagen, die den Sirnacher Fasnachtspräsidenten umtreiben. Ihm geht es auch um eine ausgelassene Stimmung unter möglichst vielen Besuchern. «Seien wir ehrlich: Fasnacht ist doch erst richtig lässig, wenn man nicht mehr umfallen kann.»