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Einbrecher in Arbon war wohl ein Schlangenmensch

Durch ein winziges Fenster verschaffte sich jemand am Montag Zugang in den Städtli-Kiosk in Arbon. Mit Hilfe seines Komplizen entwendete er ausgewählte Zigaretten und Glückslose im Wert von 3500 Franken.
Jana Grütter
Durch dieses schmale Fenster zwängte sich der Einbrecher in den Kiosk. (Bild: Donato Caspari)

Durch dieses schmale Fenster zwängte sich der Einbrecher in den Kiosk. (Bild: Donato Caspari)

Erst einen Monat ist es her, als Markus Hauser den Städtli-Kiosk übernommen hat und bereits der Schock: Im Kiosk wurde eingebrochen. «Als ich am Montagmorgen um 7 Uhr zur Arbeit kam, habe ich sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt», sagt Hauser. So sah er die zerbrochene Scheibe des kleinen Fensters und bemerkte, dass einiges fehlte. Sofort verständigte er die Polizei, die eine halbe Stunde später beim Tatort eintraf.

Eigentümer Markus Hauser. (Bild: Jana Grütter)

Eigentümer Markus Hauser. (Bild: Jana Grütter)

Dass sich einer der beiden Diebe beim Zerschlagen der Fensterscheibe verletzte, verraten Blutspuren. Auf den Aufnahmen der Überwachungskamera ist der unmaskierte Mann klar erkennbar. Deshalb ist die Polizei optimistisch, die Diebe bald ausfindig machen zu können.

Die Kamera registrierte den Einbruch in der Nacht von Sonntag auf Montag ab 2.03 Uhr. Einer der beiden Täter blieb ausserhalb des Gebäude und gab dem Eingedrungenen Anweisungen.

Einbrecher lässt sich nicht stressen

«Der Täter muss sich laut Video unglaubliche zwanzig Minuten im Kiosk aufgehalten haben.» Der Laden ist momentan nämlich nur am vorderen Teil, also im Bereich vor der Theke, alarmgesichert. So konnte sich der Einbrecher in aller Ruhe hinter der Theke bedienen und die Ware durch das eingebrochene Fenster abtransportieren. Erst als er in den vorderen Teil des Kiosk gelangte und somit die Alarmanlage auslöste, herrschte wahrscheinlich Panik beim Täter.

Die Crux am Ganzen: Das Fenster, durch das sich der Einbrecher den Einstieg in den Kiosk verschaffte und auch wieder flüchtete, ist so klein, dass selbst Kinder Mühe hätten, hindurchzugelangen.

«Es ist unglaublich, dass ein erwachsener Mann da durchpassen kann.»

Auf den Aufnahmen ist erkennbar, wie sich der schlanke Mann bei seiner Flucht seitlich von seinem Kollegen durch das Fenster ziehen lassen musste.

Feine Auswahl von Zigaretten und Glückslosen

Die Auswahl der geklauten Gegenständen ist aussergewöhnlich: Nur ausgewählte Zigarettensorten im Gesamtwert von 1500 Franken klaute der Einbrecher auf Anweisung seines Komplizen. «Vor allem auf die Marke Marlboro hatten sie es abgesehen.» Da der Einbrecher die Zigarettenstangen im Schrank nicht gefunden hat, transportierte er jede Packung einzeln ab. Ausserdem nahmen sie Glückslose im Wert von 2000 Franken und etwas Kleingeld mit.

Kiosk-Betreiber Hauser trägt den Vorfall mit Fassung. «Klar ist es nicht schön, was passiert ist.» Jedoch halte sich der Schaden in Grenzen. «Solche Vorfälle passieren leider immer wieder in Kiosken.» Das kleine Fenster wird nun ersetzt und mit einem Gitter geschützt. Ausserdem soll von nun an die ganze Fläche des Kiosk alarmgesichert sein.

Lösli-Dieb machte Kiosk schweizweit bekannt

Viermal kam der berühmt-berüchtigte Lösli-Dieb in Arbon nachts mit dem Velo und schlug die Scheibe des Städtli-Kiosks ein. Und jedes Mal machte er sich nur über Glückslose her. Trotz Überwachungskameras, Panzerglas, Alarmanlage und mehrmaligen Polizeieinsätzen wurde der maskierte Mann bis heute nicht gefasst. Schweizweit wurde über den Täter berichtet. Unter anderem kamen die Aufnahmen seines Diebstahls in der Sendung «10 vor 10», und die Lotteriegesellschaft Swisslos nahm ihn sogar in ihrer Werbung für Benissimo-Lose auf. Der ehemalige Eigentümer des Städtli-Kiosk, Beni Gauch, ist sich sicher: «Einen Zusammenhang zwischen dem Lösli-Dieb und dem neuen Einbrecher gibt es nicht.» Gauch führte den Kiosk in der Arboner Altstadt zwölf Jahre lang. Ende März gab der 71-Jährige sein Geschäft dem ehemaligem Besitzer von Hanfpeter, Markus Hauser, ab. Seine Gattin, Sonja Gauch, arbeitet weiterhin als Teilzeitmitarbeiterin im Kiosk.

Hanfprodukte in den Städtli-Kiosk integriert

Hauser hat ein halbes Jahr lang das Geschäft «Hanfpeter» in der Altstadt geführt, bis er Ende März den Kiosk übernahm. «Einige Produkte konnte ich in das neue Geschäft integrieren.» So sind unter anderem der Hanftee und die CBD-Tropfen im Sortiment des Kiosk vertreten. Die Tropfen werden laut Hauser vor allem von älteren Personen als Schlafmittel und Selbstmedikation verwendet.

«Mir ist es wichtig, den Kiosk als Treffpunkt für alle Bewohner weiterzuführen.» Die Kunden hätten bisher sehr positiv auf das neue Sortiment reagiert. «Unsere Kundschaft ist sehr offen und zeigt Interesse.»

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