Einblick in sein Bilderlager: Der Frauenfelder Galerist Stefan Rutishauser hat während des Lockdown 120 Kilogramm Kunst entsorgt

Im Rahmen der Aktion 5stern öffnen in der ganzen Ostschweiz Künstler ihre Ateliers und gewähren Einblick. Zu Besuch bei Stefan Rutishauser in Frauenfeld.

Andreas Taverner
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Künstler und Galerist Stefan Rutishauser in seinem Bilderlager am Marktplatz Frauenfeld.

Künstler und Galerist Stefan Rutishauser in seinem Bilderlager am Marktplatz Frauenfeld.

(Bild: Andreas Taverner)

«Stefan Rutishauser ist ein Künstler, dessen Arbeiten ich sehr schätze.» Das sagt am Samstagnachmittag José Scarabello. Er ist einer der Besucher in Rutishausers Bilderlager an der Marktstrasse 6. Im Rahmen der Aktion «5stern» nutzt er die Gelegenheit, Kunstschaffenden in ihren Ateliers über die Schulter zu schauen.

«Ich habe rund 90 Ausstellungen in den letzten 30 Jahren durchgeführt und damit das kulturelle Leben aktiv mitgestaltet.»
In Stefan Rutishausers Bilderlager.

In Stefan Rutishausers Bilderlager.

(Bild: Andreas Taverner)

Das sagt Rutishausers Fazit. Doch Corona gab auch ihm Zeit, um aufzuräumen. «120 Kilogramm Kunst habe ich entsorgt und 70 Leinwände zum Übermalen nach Hause genommen.» Er zeichne und male seit der Primarschule, so habe er seinen Weg in der Kunst gefunden, beschreibt er seine Anfänge.

5stern-Organisatorin auch zu Besuch

Brigitte Kemmann.

Brigitte Kemmann.

(Bild: Andreas Taverner)

Plötzlich stehen zwei Damen im Lager: Brigitte Kemmann aus St.Gallen und eine Kollegin. Die beiden sind auf Stippvisite bei den Kunstschaffenden im Thurgau. Für Kemmann ist es das letzte Mal, dass sie diesen Anlass organisiert. Sie erklärt, dass dieser Event nur alle drei Jahre in den Kantonen Thurgau, St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden durchgeführt wird.

«Was danach kommt, weiss ich nicht.»

So erklärt sie es und widmet sich den Skulpturen, die wie Stühle aussehen, aber keine sind. «Es sind meine Tiere, und die bestehen nur aus einem Körper und vier Beinen», sagt Rutishauser. «Jeder Besucher kann sein eigenes Tier sehen.» José Scarabello etwa sieht in ihnen Barhocker.

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