Einblick in die Welt der Künstler beim Atelier-Wochenende in Frauenfeld

Fräuli & Leuli XXL: Übers ganze Wochenende öffneten 32 Kunstschaffende anlässlich des Atelier-Wochenendes der Regio zum dritten Mal ihre Türen und gewährten interessante Einblicke in ihre Werkstätten, darunter auch 19 in Frauenfeld.

Andreas Taverner
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Für Carole Isler sowie Livia und Ruedi Buzek sind Kunstwerke unter anderem vielseitig und interpretierbar. (Bilder: Andreas Taverner)

Für Carole Isler sowie Livia und Ruedi Buzek sind Kunstwerke unter anderem vielseitig und interpretierbar. (Bilder: Andreas Taverner)

Dabei waren die Antworten auf die Frage, was Kunst ist, so vielfältig wie die Techniken der Kulturschaffenden. Der 71-jährige Theo Felix aus Frauenfeld meint: «Kunst ist, wenn der Künstler mit seinen selbst gemachten Werken sein Geld selbst verdienen kann.» Martin Willi, 58, aus Winterthur, definiert Kunst so:

«Wenn mich ein Bild anspricht, es einen starken Ausdruck hat, der mich in seinen Bann zieht.»
Alex und Regula Bänninger sinnieren gerne über Kunst.

Alex und Regula Bänninger sinnieren gerne über Kunst.

Der 76-jährige Alex Bänninger aus Stettfurt meint: «Kunst beginnt mit den Geranien auf dem Balkon und endet bei Mozart.» Auch die lokale Kultur messe er an internationalen Qualitätsstandards, ergänzte der Kultur- und Medienjournalist. Seine Ehefrau Regula Bänninger, 76, erklärt in der Theaterwerkstatt Gleis 5 zu einem grossformatigen Bild aus der Sicht als Technikerin: «Das Bild zieht mich in seinen Bann, obschon es düstere Farben hat. Diese vermögen jedoch bei mir keinen negativen Eindruck zu hinterlassen.»

Bilder als historische Momentaufnahmen

Theo Felix und Martin Willi definieren Kunst.

Theo Felix und Martin Willi definieren Kunst.

Für den 72-jährigen Ruedi Buzek aus Winterthur, der mit seiner 33-jährigen Tochter Livia unterwegs ist, bleibt Kunst vielseitig interpretierbar. «Wenn ich die Bilder über die Ärzte ohne Grenzen anschaue, berühren sie mich. Es ist eine spezielle Ausdrucksform, welche mich bei den Porträts anspricht», erklärt er. Für seine Tochter ist es wichtig, dass ein Bild nicht nur Farben und Formen darstellt, sondern auch Emotionen ausdrückt.

Für Carole Isler, 28-jährige Künstlerin, Illustratorin und Kuratorin der Stadtgalerie Baliere, beutet Kunst ein Prozess, bei dem sie etwa ein Porträt oder eine Illustration erstellt. «Aber Kultur ist auch ein Kulturgut», erklärt sie und nimmt als Beispiel «Die Nachtwache» und die «Judenbraut» von Rembrandt. «Diese Bilder sind eine historische Momentaufnahme von einem Ereignis, das vor langer Zeit stattgefunden hat.»