Glosse

Ein Wolf wird kommen

Mosttröpfli: Wildschweine, Biber und Marder können aufatmen. Der aktuelle «Problemfall» ist der Wolf. Wegen ihm geht in Konstanz die Angst um.

Silvan Meile
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Silvan Meile. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Silvan Meile. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Den Nachbarn sitzt die Angst im Nacken. Die Gefahr schleicht sich von hinten an. «Müssen wir jetzt auch in Konstanz mit dem Wolf rechnen?», fragt sich die Zeitung «Südkurier» am Dienstag in ihrer Onlineausgabe und wittert damit grosses Ungemach.

Der Grund ist offensichtlich: Erst kürzlich zog erneut ein Raubtier auf blutiger Mission durch den Thurgau. Mehrere Schafe überlebten das nicht. Später herrschte dann die bittere Gewissheit: Es war tatsächlich ein Wolf. Die Universität Lausanne hat das anhand einer Speichelprobe zweifelsfrei festgestellt. Die Frage ist also berechtigt und die Angst begründet: Der Wolf ist nur noch einen Katzensprung von Konstanz entfernt.

Und einmal mehr trifft es die Falschen. Die Konstanzer sind ja bereits genug geplagt von den Horden an Einkaufstouristen, die tagtäglich in ihre Stadt einfallen, im Zentrum die Parkplätze belegen, im Geschäft die Schnäppchen wegschnappen und schlimmer noch: in der Kneipe den Stuhl besetzen.

Jetzt auch noch der Wolf. Ursprünglich kommt er aus Italien, haben die Wissenschafter in Lausanne herausgefunden. Und weil Konstanz halt anziehend auf das wirkt, was südlich davon liegt, müssen jetzt die Konstanzer auch noch mit dem Wolf rechnen. Aber so schlimm ist es dann doch nicht. Er kommt immerhin unmotorisiert und meidet die Innenstadt.

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