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Thurgauer Bauern vermarkten ihr Gemüse im Internet

Einen einfachen Marktzugang und damit eine Stärkung der lokalen Landwirtschaft durch Direktvermarktung verspricht der neue digitale Marktplatz «HOFbox». 50 Betriebe sind bisher dabei.
Kurt Peter
Andreas Bruun will den Bauern bei der Direktvermarktung helfen. (Bild: Kurt Peter)

Andreas Bruun will den Bauern bei der Direktvermarktung helfen. (Bild: Kurt Peter)

«Es genügt nicht, ein gutes Angebot über Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt zu machen, es muss auch im Internet präsent sein», zeigt sich Andreas Bruun, Gründer des Marktplatzes HOFbox überzeugt. Zu dieser Erkenntnis gelangte er, als er für eine Schweizer Baumschule eine Website realisierte und mit Erstaunen feststellte, dass auch Interessenten aus Deutschland Pflanzenmaterial nachfragten. «Es ist also nicht der Preis entscheidend, sondern die Qualität.» Das habe ihn dazu bewogen, seine Idee im Juli letzten Jahres umzusetzen.

Direktvermarktung ist im Trend

Bei seiner Tätigkeit im kantonalen Landwirtschaftsamt, Abteilung Direktzahlungen, habe er täglich mit Landwirten Kontakt gehabt. Direktvermarktung ab Hof sei im Trend, Tendenz zunehmend. «Aber für Betriebe mit nur einem oder zwei Produkten lohnt sich die Erstellung einer Website nicht», meint Bruun. Daher setze er auf den digitalen Marktplatz der alle Produkte und Dienstleistungen aus der Landwirtschaft aufzeige.

Auf HOFbox finden sich neben den herkömmlichen landwirtschaftlichen Produkten auch Angebote aus den Bereichen Gastronomie, Tierhandel und Pferdesport. Ausserdem werden Maschinen, Stellen und diverse Dienstleistungen wie Räumlichkeiten für Veranstaltungen angeboten. Bisher seien es 50 Betriebe, vorwiegend aus dem Thurgau, die 400 Produkte und Angebote auf dem HOFbox platziert hätten. «Der Anfang ist gemacht, jetzt beginnt die Website richtig anzulaufen», sagt Andreas Bruun.

Ein grosses Anliegen ist Bruun die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. HOFbox baut derzeit dazu ein Netzwerk auf, das mithelfen soll, von der Lebensmittelindustrie verschmähte Produkte zu verwerten. Leider komme es immer wieder vor, dass Ernten wegen äusserlicher Mängel abgewiesen würden. Meistens seien die Lebensmittel von einwandfreier Qualität und Geschmack. Betroffene Bauern könnten die Ernte schnell an engagierte Köche oder Privatpersonen verteilen. «Gastrounternehmen verarbeiten täglich mehrere Kilo Lebensmittel und könnten mithelfen, die Ernte vor dem Müll zu retten.» Die Anmeldung bei HOFbox ist kostenlos. «Ich suche Partner, die bereit sind, die Unterhaltskosten zu tragen», erklärt Bruun.

Das Hofbox-Team bittet um Verbesserungsvorschläge

Vielleicht seien Mitgliederbeiträge in ein, zwei Jahren nötig. Das Team stehe den Betrieben mit Rat und Tat zur Seite, könne bei Text und Bildern mithelfen. «Und Verbesserungsvorschläge sind erwünscht, wir sind auf das Feedback der Betriebe und der Kunden angewiesen.»

«Dieser neue Markplatz kommt sympathisch daher und kann sich sicher noch entwickeln», erklärt Markus Hausammann, Präsident des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft.

Er begrüsse die Initiative eines jungen Teams im Bereich des Online-Marketings, der ja ohnehin im Vormarsch sei. Die Landwirtschaft dürfe sich der neuen Vermarktungsmethode nicht verschliessen, sondern müsse aktiv dabei sein.

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