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«Ich wurde sogar noch gedemütigt»: Aadorfs Schulpräsident tritt nach Streit in der Behörde ab

Schulpräsident Martin Köstli legt sein Amt per Ende Juli nieder. Grabenkämpfe in der Behörde hätten seiner Gesundheit zugesetzt und ihn zu diesem Schritt gezwungen, sagt der 64-Jährige.
Olaf Kühne
Martin Köstli, abtretender Schulpräsident (Bild: Olaf Kühne)

Martin Köstli, abtretender Schulpräsident (Bild: Olaf Kühne)

«Meine Gesundheit geht vor», sagt Martin Köstli. Der Aadorfer Schulpräsident wurde vergangenes Jahr mit einem Glanzresultat wiedergewählt und wollte, obwohl er kommendes Jahr das Rentenalter erreicht, die laufende Legislatur – bis 2021 – noch beenden. Doch nun kommt alles anders: Für Aussenstehende völlig überraschend gibt Köstli seinen Rücktritt per Ende Juli bekannt.

«Das Fass zum Überlaufen brachte, dass ich in einer Behördensitzung gedemütigt wurde.»

Seit nunmehr elf Wochen ist Köstli krankgeschrieben. Oder konkreter: «arbeitsunfähig für das Amt des Schulpräsidenten der VSG Aadorf». Denn Köstli arbeitet nach wie vor in einem Teilzeitpensum als Schulleiter in Braunau. Die Arbeit in der Aadorfer Schulbehörde hingegen habe ihm «gesundheitlich ausserordentlich zugesetzt». So sehr, dass er sich bei verschiedenen Fachärzten in Behandlung befindet.

«Ich will keine Schlammschlacht anzetteln», sagt Köstli auf Nachfrage. Er wolle deshalb auch niemanden in Misskredit bringen. Indes verrät er, dass sich innerhalb der fünfköpfigen Behörde seit vergangenem Herbst mehr und mehr ein Graben gebildet habe. «Wir sind ein politisches Gremium, da gibt es unterschiedliche Meinungen. Und dass man als einzelnes Mitglied immer wieder mal bei Entscheiden in der Minderheit ist, ist auch noch nichts Aussergewöhnliches.»

Rücktrittsgesuch von Regierungsrätin genehmigt

Allerdings habe sich die Situation im Laufe des Winters unerträglich zugespitzt. «Ich hatte Entscheide umzusetzen, die weder meinen persönlichen Werten noch Teilen des Leitbildes der Schulen Aadorf entsprechen», sagt Köstli. Konkreter will er nicht werden. «Als ich dann in einer Behördensitzung dafür sogar noch gedemütigt wurde, war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.» Der Entscheid für den Rücktritt war gefallen. Sein Rücktrittsgesuch beim kantonalen Erziehungsdepartement wurde inzwischen durch die zuständige Regierungsrätin Monika Knill genehmigt.

«Von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfahre ich sehr viel Wertschätzung und Anerkennung.»

Trotz der widrigen Umstände seines vorzeitigen Abgangs – Martin Köstli will sein Amt nicht im Zorn verlassen, wie er wiederholt betont. «Ausserhalb der Behörde, von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie aus meinem Umfeld erfahre ich sehr viel Wertschätzung und Anerkennung», sagt er. «Das ist es, was ich mitnehmen möchte, nicht das Negative. Ein grosses Dankeschön gilt darum der ganzen Schulverwaltung, den Schulleitern und allen Lehrerinnen und Lehrern.»

Termin für Ersatzwahl steht noch nicht fest

Tatsächlich braucht Martin Köstli sein Amt nicht durch die sprichwörtliche Hintertüre zu verlassen. Während seiner fünfjährigen Amtszeit konnte er ausschliesslich positive Rechnungsabschlüsse vorlegen, der Steuerfuss sank um vier Prozentpunkte und an seinen fünf Schulgemeindeversammlungen brachte er sämtliche Kreditanträge im ersten Anlauf durch.

Der Termin für die Ersatzwahl steht noch nicht fest. Sie dürfte aber frühestens im Herbst stattfinden. Derzeitiger Vizeschulpräsident ist Liegenschaftenvorsteher Nino Heider.

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