Glosse

Sirnach und Eschlikon bringen uns in Coronazeiten ein Stück Normalität

Südsicht auf wohltuende und beigelegte Streitigkeiten um Parkplätze.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Corona hier. Corona dort. Das Virus ist so allgegenwärtig wie solche Allgemeinplätze in Kolumnen. Gerade deshalb ist es umso wohltuender, wenn wir in diesen aussergewöhnlichen Zeiten – wieder so ein Allgemeinplatz – ein Stück Normalität erfahren dürfen.

Hierfür geeignet sind Streitigkeiten um Parkplätze. Und weil wir derzeit besonders harmoniebedürftig sind, eignen sich ausnahmsweise auch beigelegte Streitigkeiten um Parkplätze. Gleich zwei Hinterthurgauer Gemeinden begleiten uns so in die Normalität.

Das bisherige Parkplatzregime beim Wieziker Gemeindeschürli.

Das bisherige Parkplatzregime beim Wieziker Gemeindeschürli.

(Bild: Roman Scherrer)

In Wiezikon dürfen jetzt alle Besucher auf den Besucherparkplätzen parkieren. Egal, ob sie den «Obstgarten» oder das Gemeindeschürli besuchen. Ein empörter Anwohner hatte der Gemeinde Sirnach das Grundbuch um die Ohren gehauen. Bildlich natürlich. Seine Busse – pardon, Gebühr – muss er übrigens trotzdem bezahlen. Eben weil er Anwohner ist. Und kein Besucher. Ein schadenfreudiges Ätsch verkneifen wir uns aber. Weil Corona und Harmoniebedürfnis und so.

Im Fall der Eschliker Turnhalle wiederum ging es genau genommen nicht um Parkplätze. Sondern darum, wie Autos auf diese Parkplätze gelangen. Eschlikon und sein Verkehr eben. Auch so ein Stück Normalität. Jedenfalls haben sich alle wieder lieb (hoffen wir zumindest). So oder so wird jetzt gebaut. Nur halt ohne Spatenstich. Weil: Corona hier. Corona dort.