Kinder lernen Streetjazz und Hip Hop in Eschliker Tanzschule

Die Tanzlehrerinnen Claudia Morf und Monika Mächler bieten in der «Tanzerei» Kurse für jede Altersgruppe. Sie wollen ihren Schülern Selbstvertrauen und Spass an der Bewegung vermitteln.

Roman Scherrer
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Während der Streetjazz-Lektion: Monika Mächler zeigt eine Pose vor Claudia Morf. Die Tanzschülerinnen tun es ihr gleich. (Bilder: Donato Caspari)

Während der Streetjazz-Lektion: Monika Mächler zeigt eine Pose vor Claudia Morf. Die Tanzschülerinnen tun es ihr gleich. (Bilder: Donato Caspari)

Heiss und stickig ist es am frühen Abend im Tanzstudio an der Eschliker Bahnhofstrasse. Claudia Morf öffnet Türe und Fenster, um etwas frische Luft hineinzulassen. Sie schwitzt – und ist bestens gelaunt. Gerade hat sie eine halbe Stunde lang Kinder im Alter zwischen zehn und 13 Jahren im Streetjazz-Tanz unterrichtet.

Claudia Morf ist bereits seit über zehn Jahren Tanzlehrerin, seit acht Jahren in ihrer eigenen Tanzschule. Diese leitete sie zunächst mit Carmen Puccio in Aadorf unter dem Namen «Divertimento». «Wir führten es jede für sich, also eigenständig», betont Morf. Seit zwei Jahren betreibt die Eschlikerin ihre Tanzschule unter dem Namen «die Tanzerei». Das Wort habe sie ausgewählt, weil es so viel wie «Strassenfest» bedeute. «Ich möchte, dass die Kinder in jeder Stunde hier ein Fest haben», sagt Morf.

Auftritte am Zürcher Opernhaus

Schon im Kindesalter habe sie getanzt und damals noch der Hauptdarstellerin des Ballettfilms «Anna» nachgeeifert. «Das hat sich dann aber geändert», sagt Claudia Morf lachend. Jazz hatte es ihr angetan. Nach ihrer Ausbildung an der Zürich-Tanz-Theaterschule hatte sie gar die Möglichkeit am Zürcher Opernhaus zu tanzen.

Claudia Morf und Monika Mächler tanzen mit den Kindern zur Musik.

Claudia Morf und Monika Mächler tanzen mit den Kindern zur Musik.

Gleichzeitig war sie in der freien Szene des zeitgenössischen Tanzes tätig und arbeitete mit verschiedenen Choreografen aus dem In- und Ausland. «Ich wollte aber irgendwann nicht mehr immer von einem Ort zum anderen, sondern etwas anbieten, bei dem die Kinder im Dorf tanzen können».

Von der Vertretung zum Teammitglied

Heute ist Claudia Morf Mutter eines vierjährigen Jungen. Während ihrer Schwangerschaft suchte sie eine Vertretung und fand sie in Monika Mächler. «Ich sagte mir dann: Die Monika ist so toll, du musst sie behalten.» Heute bilden die beiden Frauen das Team der «Tanzerei».

Auch Monika Mächler tanzt fast ihr ganzes Leben lang. «Als Kind habe ich mich schon immer gerne zu Musik bewegt. Etwa vor dem Fernseher, wenn die Eltern etwas geschaut haben», sagt sie. Ab 16 nahm sie zunächst Tanzstunden in Hip-Hop, später in Jazz. In diesen zwei Genres hat sie sich auch zur Tanzlehrerin ausbilden lassen. Claudia Morf lässt sich gerne von ihr inspirieren – und umgekehrt.

Die Arme in die Höhe: Claudia Morf zeigt wie es geht.

Die Arme in die Höhe: Claudia Morf zeigt wie es geht.

Für beide bedeutet das Tanzen Freiheit, Spass an Bewegung und, sich ausdrücken zu können. Das wollen die beiden ihren Schülern vermitteln und deren Selbstvertrauen stärken.

Jungen sehen Tanzen als «etwas für Mädchen» an

Nach kurzer Pause geht es weiter im Studio. Dabei fällt auf: Es sind zehn Tanzschülerinnen anwesend – ausschliesslich Mädchen. «Wir haben in anderen Gruppen einige starke Jungs», sagt Claudia Morf. Aber Tanzen werde halt oft noch als «etwas für Mädchen» angesehen. «Aber das ist überhaupt nicht so.»

Abwechslungsweise zeigen Claudia Morf und Monika Mächler Schritte und Bewegungen vor, zuerst ohne, dann mit Musik. Alle Schüler scheinen Spass zu haben, auch wenn ihnen nicht alles beim ersten Versuch perfekt gelingt. Bis im November werden sie noch einiges einstudieren. Dann zeigen die Schüler der «Tanzerei» nämlich eine Show an der Eschliker Gewerbeausstellung.

Tag der offenen Tür der «Tanzerei»

Am Mittwoch, 22. August 13.30 bis 21 Uhr, Bahnhofstrasse 11 in Eschlikon.

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Maya Heizmann