Ein Stangenwald auf grüner Wiese: Überbauung gegenüber der Mosterei Möhl wird Stachen verändern

Im Zentrum von Stachen sind 112 Wohnungen geplant. Im Frühling 2021 sollen die Bagger auffahren. Auf das ursprünglich dort geplante Hotel wird aber verzichtet.

Max Eichenberger
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Die geplante Überbauung in Speiserslehn umfasst elf Baukörper mit Miet- und Eigentumswohnungen.

Die geplante Überbauung in Speiserslehn umfasst elf Baukörper mit Miet- und Eigentumswohnungen.

Bild: Max Eichenberger

Erste Pläne einer Grossüberbauung in Speiserslehn, im Zentrum von Stachen, waren bereits vor drei Jahren bekannt geworden. Mittlerweile ist der Gestaltungsplan für das 15'000 Quadratmeter grosse Areal Holzgasse gegenüber der Mosterei Möhl genehmigt. Das kantonale Hochbauamt und das Amt für Denkmalpflege hatten das Verfahren begleitet.

Die Überbauung wird den Vorort verändern

Die Parzellen sind im Eigentum der Bauentwicklerin Tecta AG mit Sitz im appenzellischen Teufen. Ein kleines Landstück tritt die Mosterei Möhl ab. Die Tecti AG will das Projekt jetzt realisieren. Die Baueingabe ist vor 14 Tagen erfolgt, wie Geschäftsleitungsmitglied Daniel Lopar auf Anfrage bestätigt.

Tierknochen gefunden

Aufsehen erregte im Herbst 2017 der Fund von Tierknochen, die von 46 Rindern stammten. Diese Knochen waren beim Abbruch eines längst stillgelegten Stalls in einer ehemaligen Jauchegrube gefunden worden und hatten das Veterinäramt auf den Plan gerufen. Die Bauherrin kann nicht das ganze Gelände überbauen: Das leer stehende alte Bauernhaus «Stäheli» an der Kreuzung vor dem Schulhaus Stachen ist im Schutzplan aufgeführt und darf nicht abgebrochen werden.

Die Bauvisiere stehen. Der Stangenwald auf der grünen Wiese vermittelt die Grösse der Überbauung, die den Arboner Vorort Stachen sicherlich nachhaltig verändern wird.

Ein Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen

«Es ist ein rechter Blätz», sagt denn auch Daniel Lopar. In elf Baukörpern realisiert Tecta insgesamt 112 Wohnungen, kündigt er an:

«Es wird ein Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen geben. An der Hauptstrasse werden zudem möblierte Studiowohnungen angeboten.»

Die Bauherrin wird die Wohnungen nicht nur erstellen, sondern sie will diese auch selber vermarkten und verwalten. Unterirdisch entstehen ausserdem 156 Garagenplätze.

Verzicht auf ursprünglich geplantes Hotel

Ursprünglich war, nach der «Metropol»-Schliessung, in Speiserslehn auch ein Hotel vorgesehen gewesen. Darauf wird jetzt aber verzichtet. Wohl auch, weil die Lage dafür nicht als ideal gilt und offenbar kein Investor für die Übernahme dieses Projekt-Teilbereichs gefunden wurde. Arbon Tourismus wünschte sich hingegen seit längerem eine Erhöhung der Hotelbettenzahl in der Stadt. «An dieser Lage rechne sich ein Hotel nicht.» So begründet Lopar letztendlich den Verzicht.

Das Bauvorhaben kommt nach Angabe von Lopar nach den Sommerferien zur Auflage. Geht alles mehr oder weniger schlank, rechnet Lopar damit, dass nächstes Jahr im Frühling in Stachen die Bagger auffahren werden. Die Bauzeit dürfte sich dann über rund zwei Jahre erstrecken.

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