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Ein Schlüssel, viele Gotteshäuser und Thomas Harder als neuer Präsident der Frauenfelder Katholiken

Per Anfang 2019 übernimmt Thomas Harder das Präsidium der Vorsteherschaft von katholisch FrauenfeldPlus von Lukas Leutenegger. Ein Gespräch über den fehlenden Pfarrer und eine Menge Liegenschaften.
Mathias Frei
Vor der Klösterlikirche in Frauenfeld: der abtretende Präsident Lukas Leutenegger neben seinem Nachfolger per Anfang 2019, Thomas Harder. (Bild: Andrea Stalder)

Vor der Klösterlikirche in Frauenfeld: der abtretende Präsident Lukas Leutenegger neben seinem Nachfolger per Anfang 2019, Thomas Harder. (Bild: Andrea Stalder)

Früher waren es Laufmeter von Bundesordnern, heute ist es ein Schlüssel. Lukas Leutenegger hat seinem Nachfolger Thomas Harder physisch genau einen Schlüssel übergeben. Noch bis zum 31. Dezember amtet Leutenegger als Präsident der Vorsteherschaft von katholisch FrauenfeldPlus. Dann übernimmt Harder. Dieser sagt mit Blick auf seine neue Aufgabe:

«Ich bin erwartungsvoll gespannt.»

Für das kommende Jahr sind bereits alle Sitzungen der Vorsteherschaft terminiert.

Acht Jahre führte Leutenegger die Kirchgemeinde, die heute rund 12'000 Kirchbürger zählt. Unter seiner Ägide gelang die Fusion zur regionalen Kirchgemeinde FrauenfeldPlus, die ein Einzugsgebiet hat von Oberneunforn bis Felben und von Herdern bis Thundorf, und die Bildung eines Pastoralraums mit denselben Ausmassen. Zudem wurde die katholische Stadtkirche saniert.

Wenn aus Kirchen Cafés werden

Leutenegger kann eine gut aufgestellte Kirchgemeinde übergeben. Die Herausforderungen für Harder werden aber nicht weniger. Im Zentrum steht für den neuen Präsidenten einerseits die seelsorgerische Leitung beziehungsweise der Umstand des fehlenden Pfarrers, andererseits der Umgang mit den vielen Liegenschaften der Kirchgemeinde.

In jeder der alten Kirchgemeinden besitzt FrauenfeldPlus Gebäude, oft auch eine Kirche. Die neue Vorsteherschaft werde sich zur zukünftigen Nutzung der Liegenschaften Gedanken machen müssen, sagt Leutenegger. Fakt ist: Die Umnutzung von Kirchen ist in grösseren Städten schon länger ein Thema. So entstehen in Kirchen Cafés und Begegnungsorte oder sie werden zu Veranstaltungssälen umfunktioniert. Zudem wird sich die Zentrumsfunktion Frauenfelds in der Kirchgemeinde möglicherweise zukünftig akzentuieren. Harder will bezüglich Nutzung und Umnutzung der Kirchen nichts vorwegnehmen. Für ihn ist klar:

«Die Kirche muss im Dorf bleiben.»

Und das nicht nur im übertragenen Sinn. Gleichwohl ist ihm bewusst, dass dieses Liegenschaftenportfolio auch unterhalten werden muss.

Als Präsident wird Harder zukünftig rund 60 Mitarbeiter leiten. Ein Pfarrer fehlt aber weiterhin. Faktisch ist das kein Problem, so sehen es Leutenegger und auch Harder. Die seelsorgerische Leitung im Doppelmandat mit Thomas Markus Meier und Lukas Schönenberger funktioniere bestens. Zudem habe die Pfarreileitung eine grosse Wertschätzung für die Arbeit der Vorsteherschaft und umgekehrt. Auch dank der Aushilfspriester komme kein Kirchbürger zu kurz.

Die Pfarrerstelle ist zwar weiterhin ausgeschrieben, wann sich eine definitive personelle Lösung abzeichnet, steht aber in den Sternen. So ist der fehlende Pfarrer, wenn man den so will, allerhöchstens eine Frage des Images. Es fehle der Pfarrei zwar das eine Gesicht, das des Pfarrers, sagt Harder. Aber dafür seien da unzählige Gesichter, die das Pfarreileben ehrenamtlich und aktiv mitgestalteten. Ein positives Beispiel dafür ist das Ministrantenwesen. Vor acht Jahren bei Leuteneggers Amtsantritt gab es 25 aktive Ministranten, heute sind es deren 129.

Einer, der gestalten will, nicht verwalten

Nach seiner Wahl vergangenen Frühling sprach Harder von den 12000 Zahnrädern, die miteinander arbeiteten. «Das Schmiermittel, damit diese vielen Zahnräder in Bewegung bleiben, ist der Glaube», sagt er nun, wenige Tage vor dem Amtsantritt. Ob Harders Sicht der Dinge ist Leutenegger glücklich:

«Thomas Harder könnte es sich einfach machen und die Kirchgemeinde verwalten.»

Aber zum Glück sei er einer, der gestalten wolle. Und die nötige Schaffenskraft finde er in der Grundhaltung des christlichen Vertrauens.

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