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Ewige Baustelle Schloss Sonnenberg oberhalb von Stettfurt

Es sieht wieder mal aus, als würde nichts passieren auf Schloss Sonnenberg. Stimmt nicht, sagt der Sprecher des österreichischen Multimillionärs Christian Baha.
Ida Sandl
Fast schon das Stettfurter Wahrzeichen: Der Kran neben Schloss Sonnenberg. (Bild: Donato Caspari)

Fast schon das Stettfurter Wahrzeichen: Der Kran neben Schloss Sonnenberg.
(Bild: Donato Caspari)

Markus Bürgi, der Gemeindepräsident von Stettfurt, nimmt es gelassen: «Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir angezündet werden.» Von «Schloss Kranenberg» ist dann die Rede in Anspielung auf dem Baukran, der seit Jahren über Stettfurt thront und fast schon zu einer Art Wahrzeichen geworden ist.

Das nächste Treffen ist in Kürze geplant

An der letzten Gemeindeversammlung war das Schloss Thema. Denn es scheint, als stehe da oben wieder mal alles still. «Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie sich die Bausubstanz weiter verschlechtert», versprach Bürgi den versammelten Einwohnern.

«Im Rahmen unserer Möglichkeiten», setzt er hinzu, denn der Einfluss der Gemeinde ist begrenzt. Man suche immer wieder das Gespräch mit den Vertretern des Schlossherrn, dem österreichischen Multimillionär Christian Baha. Der nächste Austausch sei in Kürze geplant. Bürgi ist seit gut zwei Jahren im Amt. Baha hat er bisher noch nicht persönlich kennen gelernt.

Familie Baha soll sich schon die Schule angeschaut haben

Als Wohnsitz von Finanzunternehmer und Superfund-Boss Baha weist das Internet Monaco aus. Ob die Familie irgendwann nach Stettfurt ziehen wird, weiss niemand. Vor ein paar Jahren klang es optimistischer, da sollen sich Bahas sogar die Schule in Stettfurt angeschaut haben. Sie seien vom hohen Niveau begeistert gewesen, hiess es. Ein konkreter Zeitpunkt wurde allerdings nie genannt.

Christian Baha ist mit der österreichische Ex-Leichtathletin Stephanie Graf liiert. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder, einen Sohn hat Steffi Graf aus ihrer ersten Ehe mitgebracht.

Anfang des Jahres hat es noch gut ausgesehen

Letzten Sommer und Anfang des Jahres hatte es noch hoffnungsvoll ausgesehen auf dem Sonnenberg: Da sei das Dach gemacht worden, sagt Bürgi. «Es ging vorwärts.» Momentan tue sich nichts, was den Stettfurtern auf den Magen schlägt, weil das Schloss ihrer Meinung nach schon viel zu lange eine Baustelle ist. Bürgi bleibt diplomatisch, wie es ein Gemeindepräsident sein muss. Etwas Enttäuschung schwingt aber schon mit, wenn er sagt:

«Die Strategie des Besitzers ändert immer wieder.»

Baha hat Schloss Sonnenberg 2007 gekauft. Seitdem wird gebaut und renoviert. Nicht ohne Nebengeräusche. So prangerte die Gewerkschaft Unia den Multimillionär an, da er nicht die vorgeschriebenen Löhne für seine Arbeiter zahle. Die regionalen Firmen störten sich daran, dass angeblich Bautrupps aus Osteuropa die Arbeiten im Schloss erledigten. Doch Baha scheint aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Inzwischen verpflichte er zunehmend regionale und lokale Unternehmen.

Nicht alle Verzögerungen können dem Bauherrn angelastet werden. So wurde während der Arbeiten das älteste Dorf des Thurgaus entdeckt. «Die archäologischen Ausgrabungen haben uns zwei bis drei Jahre gekostet», sagt Sascha Nitschke, der Sprecher der Schloss & Gut Sonnenberg AG.

Regionale Baufirmen seien angefragt worden

Dem Eindruck, dass nichts passiere auf Schloss Sonnenberg, widerspricht Nitschke. Man sei dabei, die nächste Bauphase zu planen. Lokale Architekten und regionale Baufirmen seien angefragt worden, ihre Offerten einzureichen. Bis Sommer hätten die Arbeiten am Dach und am Unterbau gedauert. Der Unterbau habe sich in sehr schlechtem Zustand befunden, betont Nitschke. «Die Sanierung des Daches, des Dachstuhles, des Unterbaus und auch die neue Dachdeckung sind abgeschlossen.» Die Baufortschritte seien «erfreulich». Eine zeitliche Prognose bis zur Fertigstellung will Nitschke nicht wagen. Ein 700 Jahre altes Schloss zu renovieren sei keine kurzfristige Sache.

«Die Arbeiten dauern weitaus länger, als dies von uns geplant war, ganz zu schweigen von den Kosten.»

Doch der Schlossherr halte unbeirrt am Ziel fest: «Herr Baha möchte Sonnenberg für den Thurgau und die Ostschweiz in neuem Glanz erstrahlen lassen.»

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