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Glosse

Ein riesiges Mischmasch. Oder wieso
es anregend sein kann, wenn sich in Frauenfeld die Ratslinke mit den Bürgerlichen ins Bett legt

Murgspritzer: Das ist eine Liebeserklärung an 1968 und seine Drogen, vom Frauenfelder Bürgerwein bis zum psychoaktiven Schimmelpilz. TZ-Redaktor Mathias Frei findet die damalige Zeit für die heute Politik durchaus befruchtend.
Mathias Frei
Peace zum Umhängen. (Bild: Susann Basler, 2010)

Peace zum Umhängen. (Bild: Susann Basler, 2010)

Cheibe Hippiekacke. Ist zwar etwas aus der Zeit gefallen, aber scho no geil, weisch. Voll Retro eben. Diese Drogenmusik. Und diese psychoaktiven Pilze. Der grosse Mischmasch, nicht zu verwechseln mit dem Hallimasch. Und das riesige Mischmasch in diesen Kommunen. Man wünscht sich 50 Jahre zurück. Freie Liebe und so. Soll es bald geben – in der Zivilschutzanlage Neuhauserstrasse. In der ZSA aus dem Jahr 1968 herrschte Kalter Krieg. Bis ein frivoler Däne kam und zum Mischmasch in der ZSA einlud. Unser Stapi Stokholm, der hat es eben raus. Wer vor einer Woche der Gemeinderatssitzung beiwohnte, mag sich, bevor es zur Abstimmung über die Sanierung der besagten ZSA kam, an Stokholms Einladung an den Gemeinderat erinnern: zu einer gemeinsamen Übernachtung in der sanierten ZSA.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Da darf es durchaus lockerer sein. Man ist alt genug. Kann nur befruchtend sein für das politische Klima, wenn der Stadtrat Schlafsack an Schlafsack mit dem Gemeinderat zu Kompromissen findet – oder auch im gleichen Schlafsack. Da kann interfraktionell politisiert werden. Da legt sich die Linke auch mal mit der Rechten ins Bett. Um sich für die Pyjama-Party einzugrooven, gibt es Bürgerwein. Wenn’s gut läuft, hat’s trotz Sanierung sogar noch irgendwo einen Flecken Schimmel, der einfährt. Und das Beste: Ob man nun ein- oder zweimal mit dem Gleichen pennt, ist egal. Man gehört sowieso schon zum Establishment.

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