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Ein Raum in Pfyn ruft nach Kultur

Seit 20 Jahren organisiert Regula Raas jedes Winterhalbjahr kulturelle Anlässe in der Trotte Pfyn. Diesen Freitag startet das Programm 2019/2020.
Evi Biedermann
Regula Raas blättert in einem Ordner mit alten Programmflyern und Presseartikeln über das Kulturforum Pfyn. (Bild: Evi Biedermann)

Regula Raas blättert in einem Ordner mit alten Programmflyern und Presseartikeln über das Kulturforum Pfyn. (Bild: Evi Biedermann)

Kleinkunst zwischen historischem Gemäuern, das bietet das allwinterliche Kulturforum in der Trotte Pfyn an. Diesen Freitag startet der mittlerweile 20.Veranstaltungszyklus.

Vor allem Künstlerinnen und Künstler des musizierenden Genres lassen das Publikum an sieben Abenden Kleinkunst in intimem Rahmen erleben. Und dies an einem nicht alltäglichen Ort, denn in der Trotte treffen mittelalterliches und römisches Gemäuer aufeinander, gleichzeitig gibt es aber auch viel moderne Architektur zusehen.

Und auch die Bedingungen im Kulturforum sind nicht alltäglich: Es wird kein Eintritt verlangt, und in der Pause gibt es jeweils Selbstgebackenes. Treibende Kraft und Organisatorin des Programms ist Regula Raas, die das Forum im September 2000 gegründet hat. «Der Raum mit seinem Ambiente rief förmlich nach Kultur», beschreibt die Musikerin, Musikpädagogin und Kulturvermittlerin aus Dettighofen ihre ersten Eindrücke. Die Gemeinde Pfyn liess sich überzeugen vom Projekt und unterstützt das Forum seither finanziell.

140 Anlässe mit total rund 10'000 Besuchen

Das Konzept beruht auf der Idee, mit guten und oft im Verborgenen blühenden Klein- und Kleinstformationen ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen. Um die Professionalität zu gewährleisten, müsse aber mindestens eine Person Berufsmusiker sein, sagt Regula Raas. Wichtig ist ihr zudem, dass auch die Jugend vertreten ist und dass auch regionale Künstler auftreten, die jenseits des Mainstreams musizieren.

Einmal pro Zyklus steht Regula Raas zudem selber auf der Forumsbühne, sei es mit einem Orchester, einem Musikkabaret oder einem Ensemble. Diesem Konzept ist sie treu, seit es das Forum gibt. Das Publikum goutiert es mit zahlreichem Erscheinen. Seit der Gründung haben rund 10'000 Personen die 140 Veranstaltungen besucht, die jeweils zwischen September und März stattfinden.

Musikalisches Fest zum Mitmachen

Höhepunkt des Jubiläumsprogramms ist ein musikalisches Fest für alle Anfang März, verbunden mit der Einladung zum Mitzumachen. Gespielt wird Volksmusik aus vielen Ländern mit unterschiedlichen Instrumenten. «Von der Blockflöte über die Zither bis zum E-Bass ist jedermann in und um Pfyn zum fröhlichen Zusammenspielen eingeladen», sagt Raas.

Für originelle und informative Zwischentexte sorgt Urs Knill, der musikalische Allrounder. Er sorgt an den Veranstaltungen jeweils für das Wohl der Gäste, für die Kulinarik ist Heidi Biser verantwortlich. Erstmals gibt es ein offenes Singen von Weihnachtsliedern im Dezember.

Den Auftakt macht die Jugend

Das Jubiläumsprogramm des Kulturforums Pfyn beginnt diesen Freitag mit dem Duo Avilanis. Die beiden 17-jährigen Livia Hartmann und Sina Merki erreichten 2017 mit ihren Hackbrettern den Final beim schweizerischen Jugendmusik-Wettbewerb in La Chaux-de-Fonds. Sie spielen nicht nur traditionelle Appenzeller Musik, sondern auch Interpretationen von klassischer und zeitgenössischer Musik sowie Musicalmelodien und Charts. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, es gibt eine Kollekte. (bie)
Hinweis:
Weitere Infos zum Programm gibt es auf der Website der Gemeinde: www.pfyn.ch

In ihrer Funktion als Kulturorganisatorin stellt Regula Raas nicht nur das Programm zusammen, sondern sorgt auch dafür, dass es an die Öffentlichkeit gelangt. Hinzu kommt die Betreuung und Vorstellung der Künstler sowie die Einführung in den kulturellen Abend.

Obwohl sie das bereits seit 20 Jahren macht und dabei auf ein treues Publikum zählen kann, befällt sie vor jeder Veranstaltung heftiges Unbehagen. «Ich schwitze jeweils Blut», sagt sie und kommt mit der Frage, die sich viele Kleinkunstveranstalter stellen: «Was, wenn nur ganz wenige kommen?» Weil das Kulturforum keine Reservationspflicht kennt, lassen sich die Besucherzahlen nicht im Voraus bestimmen. So soll es auch bleiben, findet Regula Raas, denn der Zugang zur Kultur soll für alle zugänglich sein, einfach und ungezwungen.

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