Ein Pavillon ist die Lösung für das katholische Pfarrhaus in Aadorf

Die katholische Kirchgemeinde Aadorf-Tänikon will ihr Pfarrhaus für zweieinhalb Millionen umbauen und erweitern. Die Kirchbürger entscheiden am Montag.

Kurt Lichtensteiger
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Skizze des Pavillons, der künftig das katholische Pfarrhaus im Aadorfer Dorfkern ergänzen soll. (Bild: PD/innoraum Frauenfeld)

Skizze des Pavillons, der künftig das katholische Pfarrhaus im Aadorfer Dorfkern ergänzen soll. (Bild: PD/innoraum Frauenfeld)

«Es ist ein mutiger und zukunftsweisender Schritt, der aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll ist», sagte Bruno Gerig, Präsident der Kirchenvorsteherschaft.

Dies zu einem Vorprojekt, das den Umbau des in den Jahren 1629/30 erbauten und heute denkmalgeschützten Pfarrhauses vorsieht, welches von aussen zwar intakt aussieht, innen aber ein düsteres Bild zeigt: Namentlich Haustechnik, Heizungs- und Sanitätsinstallationen sowie Gebäudehülle und Leitungen sind in einem desolaten Zustand. Die Raumaufteilung ist für eine effiziente Liegenschaftsnutzung zudem schlecht geeignet. Dies besonders im Hinblick auf den zukünftigen Platzbedarf für den Religionsunterricht und die Zusammenführung der Sekretariate beider Pfarreien.

Das Aadorfer Pfarrhaus in seiner heutigen Form. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Das Aadorfer Pfarrhaus in seiner heutigen Form. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Aufgrund intensiver Vorabklärungen sei man deshalb zur Überzeugung gelangt, den Raumansprüchen mit einer Entflechtung am besten zu dienen. Diese ermögliche der Bau eines eingeschossigen Pavillons.

Drei Wohnungen im Pfarrhaus

Das Pfarrhaus soll als solitäres Gebäude in einer sensiblen Ortsbildschutzzone bestehen bleiben. Darin werden drei Vier-Zimmer-Wohnungen zur Vermietung oder für Eigenbedarf erstellt.

Mit der Verschiebung der gewünschten Kirchgemeinderäume in einen separaten Pavillon auf dem westlich gelegenen und verwaisten Pflanz-Garten wird eine klare Trennung von kirchlichen und privaten Nutzungen geschaffen. Unterrichtsstunden, Sitzungen und Gruppenanlässe finden dort statt. Die mit dem Um- und Neubau betrauten Architekten Christoph Labhart und Michael Helbling vom Frauenfelder Büro «innoraum» veranschaulichten das Vorhaben, deren Gebäude harmonisch in ein Ensemble eingebunden wirken.

Keine Erhöhung des Steuerfusses

Finanzchef Hans-Peter Lorenz versicherte, dass Umbau des Pfarrhauses und Neubau des Pavillons finanzierbar seien und dafür keine Steuerfusserhöhung nötig sein werde. Die Kostenschätzung hierfür belaufen sich auf 2,5 Millionen Franken, inklusive Sanierung der beiden Garagen unterhalb des Pavillons und der Sanierung der Stützmauer. Mit einem jährlichen Mietertrag aus den drei Wohnungen von 74 400 Franken könne gerechnet werden. Sowohl das Verwaltungs- als auch das Finanzvermögen liessen die Genehmigung des Kredits mit einer Portion Vorwärtsstrategie und Mut verantworten, so Lorenz.

Aus der Versammlung waren eine grossmehrheitliche Zustimmung zum Bauprojekt und Vertrauen in die Behörde herauszuhören. Ein Votant hätte sich in Anbetracht der Kredithöhe lieber eine Urnenabstimmung gewünscht. Das landeskirchliche Gesetz würde dies aber nicht vorschreiben, erklärte Bruno Gerig. Ein weiterer Stimmbürger plädierte für eine Erweiterung der zwei Garagenplätze, zumal zu wenig Parkiermöglichkeiten in der Kernzone bestünden. Mit der Versicherung, dass das geplante Vorhaben mit der Denkmalpflege im Einklang stehe und das Projekt zu überzeugen vermöge, kann die Kirchenvorsteherschaft dem Kreditantrag an der Kirchgemeindeversammlung vom kommenden Montag mit Zuversicht entgegensehen.

Hinweis
Kirchgemeindeversammlung Montag, 11. März, 20 Uhr, Pfarreizentrum

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