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Ein paar Tablets reichen nicht

Konstanz  Bundesrat Johann Schneider-Ammann traf sich am Wirtschaftskonzil mit Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württembergs. Beide sehen in der Digitalisierung die grössten Herausforderungen.
Silvan Meile
Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, im Gespräch am Wirtschaftskonzil im Bodenseeforum in Konstanz. Moderator ist «Südkurier»-Chefredaktor Stefan Lutz. (Bild: Reto Martin)

Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, im Gespräch am Wirtschaftskonzil im Bodenseeforum in Konstanz. Moderator ist «Südkurier»-Chefredaktor Stefan Lutz. (Bild: Reto Martin)

Falls die Menschen in einigen Jahren einen Knopf im Ohr tragen, der ihnen in Gesprächen sämtliche Sprachen übersetzt, macht es dann noch Sinn, an den Schulen Fremdsprachen zu lehren? Für Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württembergs, ist klar: In der Bildung muss der Fokus auf die Informatik gelegt werden. «Es reicht nicht, einfach ein paar Tablets zu verteilen.» Die grösste Herausforderung der Zukunft sei die Digitalisierung – und zwar in allen Lebensbereichen.

Einigkeit über die Grenze

Bundesrat Johann Schneider-Ammann teilte Kretschmanns Ansichten. Damit die Bevölkerung künftig mit der rasanten Entwicklung der Technologien Schritt halten könne, müsse sie in diesen Bereichen durch alle Altersgruppen ausgebildet sein. «Das ist eine grosse Herausforderung und braucht finanzielle Mittel», sagte der Schweizer Wirtschaftsminister gestern am internationalen «Wirtschaftskonzil» mit der Beteiligung der Kantone Thurgau, St. Gallen und Schaffhausen in Konstanz. Dort trafen sich die beiden politischen Schwergewichte an einer Gesprächsrunde unter dem Titel «Neue politische Ansätze für die Bodenseeregion».

Der Gesprächsinhalt hielt das Versprechen des Titels aber nicht. Die beiden Minister plauderten in einem lockeren Rahmen 40 Minuten lang über die fortlaufende Digitalisierung und ihre Herausforderungen. Auch in den rund 20 Minuten, in denen sich die beiden Staatsmänner zuvor hinter verschlossenen Türen trafen, seien keine Beschlüsse gefällt, sondern «die Freundschaft mit dem guten Nachbarn bestätigt und erneuert» worden, wie es Kretschmann formulierte.

Bildung nimmt entscheidende Rolle ein

Schneider-Ammann machte deutlich, dass in Zeiten der Digitalisierung die Bildung eine entscheidende Rolle einnimmt. Gleichzeitig verdeutlichte der Wirtschaftsminister, wie schwierig es für ihn sei, aus der Bundeskasse die anvisierten Mittel von 220 Millionen Franken aufzutreiben, um die Bevölkerung für die Digitalisierung fitter zu machen.

«Der digitale Wandel pflügt unsere Begebenheiten um – schnell und beschleunigt von der Globalisierung», analysierte Kretschmann. Das Gespräch verharrte auf diesem Thema. Moderator Stefan Lutz, Chefredaktor des «Südkurier», fragte schliesslich noch nach einer Einschätzung zu Zukunftsszenarien. «Was ist, wenn die Maschine selber lernt und erkennt, dass der grösste Feind des Menschen der Mensch selber ist?». Darauf wusste Kretschmann eine Antwort. «Es liegt in unserer Hand.» Es hänge primär davon ab, ob Demokratie und Menschenrechte auch in Zukunft gewährleistet bleiben. Der liberale Verfassungsstaat müsse gegen Nationalismus, Protektionismus und Rassismus verteidigt werden. «Wir müssen für unsere Demokratie kämpfen». Dafür erntete der grüne Ministerpräsident Applaus.

EU-Kommissar Oettinger tritt ab

(sme) Am Wirtschaftskonzil der Bodenseeregion in Konstanz hielt der deutsche EU-Kommissar für Haushalt und Personal Günther Oettinger ein Referat. Bei seinem Auftritt kündete der 64-Jährige seinen Abgang von der politischen Bühne an. Nach Ablauf seiner Amtszeit Ende 2019 sei Schluss. Er wolle in die Privatwirtschaft wechseln.

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