Glosse

Ein paar Fränkli für die Zukunft

Dieser Murgspritzer handelt vom Goldkette tragenden Stadtpräsidenten, vom Goldeseli namens Werkbetriebe und vom Versäumnis, Geld in die Hand zu nehmen.

Samuel Koch
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Die Neunten Schweizer Banknotenserie, aufgenommen am  7. November 2019.

Die Neunten Schweizer Banknotenserie, aufgenommen am 7. November 2019.

(Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Vorüber ist die Krise, Corona sei verdammt, verdammt in alle Ewigkeit. Hoch lebe der Aufschwung!

Ganz so blauäugig betrachten dürfen Herr und Frau Frauenfelder die aktuelle Situation noch nicht. Selbst nach den ersten Tagen aus dem Lockdown. Selbst nach einer vergangenen Woche, mit einem reibungslos orchestrierten Gemeinderat im Exil. Selbst nach einer Bekanntgabe, dass die Stadt nach durchzechten Jahren des strukturellen Defizits neuerdings schwerreich ist. Mit prunkvollen Goldketten um den Hals à la B. A. Baracus vom legendären A-Team stünden Stadtpräsident Anders Stokholm und Stadtschreiber Ralph Limoncelli auf der Allmend und kopfnickten zu Gangster-Hip-Hop-Musik. Alles noch möglich, denn noch ist das Open Air Frauenfeld für im Juli ja offiziell noch nicht abgeblasen.

Samuel Koch.

Samuel Koch.

(Bild: Reto Martin)

Zurück zu einem realistischeren Thema. Ein Blick in die Finanzbücher der städtischen Betriebe lässt einem fast schwindlig werden, vor allem die Unterlagen der Werkbetriebe. Da steht für 2019 ein Gewinn von fast neun Millionen Franken zu Buche, ein Goldeseli für Stokholm und Co. schlechthin.

Dafür hapert’s an anderen Fronten. Denn das Logo der Werke – grün (für Erdgas), blau (für Wasser), rot (für Strom) – ist unvollständig. Fehlt da nicht etwas? Ja, klar. Die Fernwärme! Da stellt sich unweigerlich die Frage, wie es dieser Geschäftszweig noch nicht ins Logo der Werkbetriebe schaffen konnte? Brisanz und Aufschrei darum gab es mit dem jahrelangen Politikum namens Wärmering ja genügend. Da sollten doch trotz Krise noch ein paar Fränkli dafür locker sein.

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Gegentrend

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