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Ein Ohr am Langsamverkehr der Stadt Frauenfeld

Wie die Stadt Frauenfeld die losen Enden der Velorouten miteinander verbinden will - ein Velotürli mit Journalisten.
Stefan Hilzinger
Etappenhalt auf der Journalisten-Velotour mit Behördenmitgliedern beim Altweg.(Bild: Stefan Hilzinger)

Etappenhalt auf der Journalisten-Velotour mit Behördenmitgliedern beim Altweg.(Bild: Stefan Hilzinger)

Nein, Frauenfeld ist nicht Amsterdam. Nur schon der kleine Stich beim Schlosskino hoch zur Zürcherstrasse raubt einem auf dem Drahtesel fast den Atem. Da haben’s die mit Strom schon besser. Zu diesen gehört an dem trüben Donnerstagvormittag auch der Stadtpräsident. Die Reihe der Journalistinnen und Journalisten auf ihren Velos zieht sich in die Länge und bricht prompt auseinander, Autos schieben sich dazwischen. Im Kreisel immer schön in der Mitte fahren und Handzeichen geben. Auf der Rheinstrasse pfeift der Gruppe von unten her die Wilerbahn entgegen. Es wird eng und enger.

Jährlich lädt die Stadt Medienschaffende zu einem Lunch ein, der mit einem thematischen Teil eingeläutet wird. Heuer war es ein Velotürli, um einige Aspekte des soeben fertiggestellten «Fuss- und Veloverkehrskonzeptes 2030» an Ort und Stelle in Augenschein zu nehmen.

Gelbe Flächen bieten zweifelhaften Schutz

An der ersten Station geht es allerdings nicht ums Aug, sondern um ein Ohr. So nennt Stadtingenieur Thomas Müller das Projekt für eine Veloweg-Schlaufe vom Parkplatz hinter dem alten Migros (heute «Jysk») hinab zum Lindenweg. «So können Velofahrer künftig auf der Nordseite zum Bahnhof gelangen», sagt Müller. Das problematische Queren der Rheinstrasse zum Bahnhofplatz entfällt – wo die gelb gestrichene Wartefläche mitten in der Strasse den Velofahrern doch eher zweifelhaften Schutz bietet.

Noch sieht man erst Pfähle im Erdreich. Doch das Ohr soll dieses Jahr gebaut werden. Es kostet rund 350000 Franken. Ein Projekt von vielen, die bis 2026 zu Gunsten von Fussgängern und Velofahrern umgesetzt werden. Sofern das Konzept bei Parteien, Quartiervereinen und Interessengruppen mehrheitlich auf Gegenliebe stösst und der Gemeinderat die notwendigen Mittel bewilligt. Am Donnerstag gab der Stadtrat das Papier in die Vernehmlassung.

Schwachstellen entschärfen

Projekte wie das erwähnte Ohr «haben zum Ziel die bisher heterogene Struktur an Wegen und Routen für Velofahrer zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzubinden», sagt Stadtrat Urs Müller. Schwach- und Gefahrenpunkte sollen sukzessive entschärft werden. Etwa auch am Marktplatz, wo sich Velofahrer gerne zwischen all den Autos verlieren. Es gibt offensichtlich noch viele lose Enden, die zusammengebunden gehören.

Weitere Massnahmen geplant

Damit der Fuss- und Veloverkehr nachhaltig gefördert wird, sieht das Fuss- und Veloverkehrs-konzept 15 weitere Massnahmen wie temporäre Signalisationen, Smart-Mobility und Velo-Sharing vor. Die Umsetzung der Massnahmen soll grösstenteils bis ins Jahr 2026 erfolgen. Insbesondere die Infrastrukturmassnahmen im Stadtzentrum sind teilweise vom Variantenentscheid einer zentrumsnahen Stadtentlastung abhängig. Insgesamt ist zur Umsetzung des Fuss- und Veloverkehrskonzepts für die nächsten sechs Jahre mit Kosten von durchschnittlich 300'000 bis 400'000 Franken pro Jahr zu rechnen. (red)

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