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Ohne Höhenangst: Auf dem Sprungturm beweisen die Kinder ihre Salto-Künste. (Bilder: Andrea Stalder)

Ohne Höhenangst: Auf dem Sprungturm beweisen die Kinder ihre Salto-Künste. (Bilder: Andrea Stalder)

Reportage

Ein Nachmittag in der Frauenfelder Badi

Während der heissen Tage suchen viele einen Ort zur Abkühlung: Jetzt wollen alle ins Wasser. Die Bademeister müssen den Überblick behalten.
Geraldine Bohne

Es riecht nach Sonnencreme und Chlor. Sommer. Die Mittagssonne brennt jetzt auf die weissen Körper. Einige sind aber auch schon leuchtrot. Das schmerzt sogar beim Hinsehen.

Die Badi Frauenfeld ist voll. Viele Familien. Noch mehr Kinder. Im Schatten gibt es kaum noch ein Plätzchen. Ein Meer aus farbigen Tüchern. Es scheint, als hätten alle nur darauf gewartet, dass endlich die Sonne vom Himmel brennt.

Das Kinderbecken ist am Mittwochnachmittag gut besucht.

Das Kinderbecken ist am Mittwochnachmittag gut besucht.

Auch im Wasser tummeln sich am Mittwochnachmittag viele. Lachende und schreiende Kinder überall. Der Lärmpegel ist hoch. Die Wassertemperatur: 27 Grad.

«Hier bitte nicht reinspringen» Badmeister Roman Böhi kommt dahergelaufen. Braun gebrannt mit Sonnenbrille. Zwei Mädchen machten Anstalten, ins Becken zu springen. Das ist verboten. Der Bademeister muss ständig zurechtweisen. Das macht er schon seit drei Jahren.

Noch drei andere patrouillieren neben Böhi durch den Menschenauflauf. Alle 15 Minuten wechseln sie die Positionen. Einer bewacht die Schwimmbecken, ein anderer macht einen Rundgang. Der Dritte ist in der warmen Schwimmhalle und der Letzte macht kurz Pause. Sie sind braun gebrannt, tragen weisse Shirts, schwarze Shorts, ein Cap und Badeschlarpen. Eine Arbeitskleidung zum Träumen.

Bademeister Roman Böhi mag das heisse Wetter beim Arbeiten.

Bademeister Roman Böhi mag das heisse Wetter beim Arbeiten.

Bademeister haben selten schlimme Vorfälle

«Ich mag das heisse Wetter, mit der Hitze komme ich gut klar. In diesen Tagen trage ich einfach kein Unterleibchen mehr.» Der gelb-orange Sonnenschirm spendet Roman Böhi Schatten. Seine Wangen sind von der Sonne gerötet. Er erzählt:

«Letzten Mittwoch hat jemand ein Plättler vom Einmeter gemacht und ist anschliessend zusammengebrochen»

Seine Augen sind immer auf das Planschbecken gerichtet. «Die Person musste anschliessend ins Krankenhaus gefahren werden.» Im vergangenen Jahr soll jemand beim Springen vom Sprungturm sogar auf den Beton geprallt sein. Solche Fälle passieren selten. «Viel eher müssen wir kleinere Blessuren, wie Schürfwunden behandeln.» Der Badmeister, Retter in Not.

15 Minuten sind vorbei. Der nächste Badmeister kommt schon. Michael Frauenknecht löst Roman Böhi von der Schicht am Schwimmbecken ab.

Auch er: weisses Shirt, Badeschlarpen. Schon seit acht Jahren macht er den Job. Er schaut zum überfüllten Becken. «Mittwochnachmittag halt.» Trotz der vielen Leute scheint alles friedlich. «Bei dem Rummel braucht es viel Konzentration, um alles im Auge behalten zu können.»

Während 15 Minuten wacht Bademeister Michael Frauenknecht am überfüllten Kinderbecken.

Während 15 Minuten wacht Bademeister Michael Frauenknecht am überfüllten Kinderbecken.

Erwachsene lösen wegen
Preis Kindertickets

Alle sind jetzt im Wasser. Kinder lachen – Kinder schreien. Auf dem Turm der grossen Rutschbahn stehen die Kleinen und warten. «Die Badi schliesst um halb neun, danach müssen wir noch etwa zwei Stunden lang aufräumen», sagt Frauenknecht.

Nach 15 Minuten ist auch seine Schicht vorüber. Nun geht es auf den Badi-Rundgang. Keine laute Musik, keine Fussballspiele. «Ausserdem kontrolliere ich beim Eingang, dass Erwachsene kein Kinderticket lösen, um in die Badi zu kommen.» Manche versuchen einfach jeden Trick.

Schwitzen hinter der Restaurant-Theke

Auf der anderen Seite des Kinderbeckens versammeln sich Badigäste. Dort gibt’s Glace. Wasserglace, Sorbet, Rahmglace. Eine grosse Auswahl aus der blauen Gefriertruhe. Bei den heissen Temperaturen ist Glace beim Badirestaurant «Wasserwelle» ein Kassenschlager.

«Wir sind aber vor allem bekannt für unsere Pommes, wegen dem speziellen Gewürz», sagt Rolf. Pinkes T-Shirt, weisse Schürze. Hinter der Theke ist es heiss.

«Wir haben in der Küche 10 bis 15 Grad wärmer als draussen. Also meist um 45 Grad.»

Sein Rezept: «Ich trinke sehr viel.»

Beim Verpflegungsstand des Badirestaurants «Wasserwelle» schwitzen die beiden Mitarbeiter Alice und Rolf.

Beim Verpflegungsstand des Badirestaurants «Wasserwelle» schwitzen die beiden Mitarbeiter Alice und Rolf.

Essen, trinken, baden, sonnen. Bis der Rücken rot ist. Der Kopf überhitzt. Die Kinder müde. Es war ein guter Mittwoch. 4000 Gäste. In zwei Wochen könnten es noch mehr sein. «Während des Openairs Frauenfeld kommen die Leute vor allem auch hierher, um zu duschen», sagt Bademeister Böhi. Dann sind es schon mal 6000. Wo diese in den Schwimmbecken Platz finden, ist fraglich. 4000, wie an diesem Mittwoch, sind schon eine ganze Menge.

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