Kommentar

Ein mutiges Thurgauer Ja zum Steuerpaket

Das Thurgauer Volk hat die Steuervorlage mit fast 63 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Dies ist ein gutes Signal für den Wohn- und Arbeitsort Thurgau, schreibt David Angst, Chefredaktor der «Thurgauer Zeitung».

David Angst
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Dave Angst, Chefredaktor «Thurgauer Zeitung».

Dave Angst, Chefredaktor «Thurgauer Zeitung».

(Bild: Ralph Ribi)

Das Thurgauer Volk hat das Steuerpaket mit fast 63 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit.

Es ist eine gute Nachricht für die Thurgauer Wirtschaft und für den Kanton Thurgau als Werkplatz. Dank tieferen Gewinnsteuern bleibt er im interkantonalen Vergleich im Mittelfeld, was das Minimum ist.

Und es ist eine gute Nachricht für junge Familien. Die Entlastungen kommen Müttern und Vätern zugute, die unter Doppelbelastung stehen, weil sie einerseits den Wirtschaftsmotor am Laufen halten und andererseits Kinder aufziehen.

Wenn der Regierungsrat, der Grosse Rat und alle bürgerlichen Parteien eine Vorlage unterstützen, so sollte sie an der Urne eigentlich ein Selbstläufer sein. Dies war aber bei dieser Vorlage nicht so. Entsprechend nervös waren die Befürworter in den letzten Wochen.

Denn das «Paket» enthält ein Risiko. Es kommt eigentlich nicht direkt dem «Mittelstand» zugute, wie dies die Regierung und die Befürworter behaupteten. Denn die Unternehmer und die jungen Familien sind nicht identisch mit dem durchschnittlichen Stimmbürger. Der Mittelstand, wenn es ihn überhaupt noch gibt, ist über 50 Jahre alt und hat keine schulpflichtigen Kinder mehr. Auch von tieferen Unternehmenssteuern profitiert er kaum.

Im Gegenteil. Er muss sogar damit rechnen, dass in seiner Gemeinde der Steuerfuss angehoben wird. Die warnenden Worte einiger Stadtpräsidenten haben diese Befürchtung bestärkt.

Umso bemerkenswerter ist dieses deutliche Ja. Ohne die Stimmen der älteren Generation wäre es nicht zustande gekommen. Das Resultat ist also ein Zeichen der Solidarität zwischen den Generationen. Und es ist eine Investition in die Thurgauer Wirtschaft, welche sie im Idealfall in Form von einheimischen Arbeitsplätzen und Steuern vergilt.

Dieses Ja der Stimmberechtigten zu tieferen Gewinnsteuern und zur Entlastung junger Familien ist ein optimistisches Signal für den Wohn- und Arbeitsort Thurgau.

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Die Stimmberechtigten nehmen die Teilrevision des Thurgauer Steuergesetzes deutlich an – mit 62,73 Ja-Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 34,7 Prozent. Nur eine Gemeinde lehnt die Vorlage ab: Bischofszell.
Linda Müntener, Larissa Flammer, Sebastian Keller