Glosse
Ein Muni sieht rot: Weshalb ein Balterswiler Macho einen Mädchennamen trägt

Südsicht auf einen bisher unbeleuchteten Aspekt des Nordostschweizer Schwingfestes 2022 im Hinterthurgau.

Olaf Kühne
Drucken
Teilen
Villars heisst der Siegermuni des NOS 2022. Ob ihm sein Name gefällt, muss sich erst noch zeigen.

Villars heisst der Siegermuni des NOS 2022. Ob ihm sein Name gefällt, muss sich erst noch zeigen.

In Zeiten, in denen wir vor lauter Turnhallen die Sprossenwand nicht mehr sehen, ist es besonders wohltuend, zur Abwechslung über einen Muni schreiben zu dürfen. Dabei ist der Siegermuni des Nordostschweizer Schwingfestes nur vermeintlich ein harmloses Thema. Haben sie ihn doch Villars getauft. Und damit nach der berühmten Balterswiler Villars-Kuh. Und natürlich nach der Schokolade.

Doch genau da liegt der Hund begraben. Oder der Hase im Pfeffer. Oder die Kuh im Stroh. Bekanntlich sind Munis ziemliche Machos. Wenn nun also Villars realisiert, dass er einen Mädchennamen trägt und erst noch nach einer Süssigkeit benannt wurde, dürfte er wohl ziemlich rot sehen. Dass spätestens dann bei Stieren fertig lustig ist, wissen nicht nur Spanier.

Drücken wir dem Nordostschweizerischen also die Daumen, dass sich am Schwingfest nur die Bösen aufs Kreuz legen. Wobei: Die Vorstellung eines Kampfes Mann gegen Muni hat schon auch ihren Reiz. Aber wir wollen es uns jetzt nicht mit dem Tierschutz verscherzen.

Aktuelle Nachrichten