Der Neunforner Gemeindepräsident tritt ein letztes Mal an

Gemeindepräsident Benjamin Gentsch ist seit 1996 im Amt. Für die kommende Legislatur stellt er sich noch einmal zur Wahl. Spätestens 2023 ist Schluss. Frei werden dafür zwei Sitze im Gemeinderat.

Mathias Frei
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Vizepräsidentin Margrith Wigholm und Gemeindepräsident Benjamin Gentsch vor dem Gemeindehaus in Oberneunforn: Beide stellen sich für die kommende Legislatur zur Wiederwahl. (Bild: Mathias Frei)

Vizepräsidentin Margrith Wigholm und Gemeindepräsident Benjamin Gentsch vor dem Gemeindehaus in Oberneunforn: Beide stellen sich für die kommende Legislatur zur Wiederwahl. (Bild: Mathias Frei)

Benjamin Gentsch ist ein Urgestein. Seit es die Politische Gemeinde Neunforn gibt, also seit 1996, steht er ihr vor. Wenn es das Stimmvolk so will, geht Neunforn mit Gemeindepräsident Gentsch auch in die kommende Legislatur. Der derzeitige Amtsinhaber sagt:

«Ich stelle mich ein letztes Mal zur Wiederwahl.»

Mit ein Grund für diesen Entscheid ist, dass derzeit keine Nachfolge für das Präsidium in Sicht ist. Die Legislatur 2019 bis 2023 soll deshalb auch dazu dienen, eine zukünftige Präsidentin oder einen zukünftigen Präsidenten aufzubauen. Laut Gentsch gibt es aktuell kein Gemeinderatsmitglied, das sagt: «Ja, ich will unbedingt das Präsidium übernehmen.» Der Plan könnte also so aussehen: zuerst als neues Behördenmitglied gewählt werden, später die Wahl ins Präsidium anstreben.

Fenner und Bollinger treten auf Legislaturende zurück

Und es braucht neue Behördenmitglieder. Denn zwei Bisherige treten per Ende Legislatur auf den 31. Mai 2019 zurück. Urban Fenner ist seit 2013 im Gemeinderat, hat das Ressort Sicherheit und Umwelt. Sven Bollinger wurde 2014 ins Gremium gewählt. Er ist für Land- respektive Forstwirtschaft und Strassen zuständig. Beide geben als Rücktrittsgrund die berufliche Mehrbelastung an. Vizepräsidentin Margrith Wigholm sagt:

«Wir verlieren zwei engagierte Gemeinderäte.»

Zur Wiederwahl stellen sich nebst Gentsch Vizepräsidentin Wigholm (seit 2011), der 2009 gewählte Leo Krucker, Stefan Birchler (seit 2015) sowie Herbert Büttiker, der 2016 gewählt wurde. Was die beiden frei werdenden Sitze betrifft, sagt Vizepräsidentin Wigholm:

«Ich hoffe auf eine weitere Frau.»

Das würde den Diskussionen gut tun, meint sie. Und altersmässig fehle mit Bollingers Rücktritt zukünftig die Vertretung der Unter-40-Jährigen. Gentsch weist darauf hin, dass in den kommenden Jahren ein Generationenwechsel in der Behörde angestrebt werde. Grundsätzlich sei aber jeder Neunforner Stimmbürger unabhängig von Alter und Geschlecht willkommen im Gemeinderat.

Der 58-Jährige orientiert sich derzeit beruflich neu und will sich in Zukunft auf Verwaltungsratsmandate konzentrieren. Als einer der ganz wenigen, wenn nicht als einziger Gemeindepräsident im Thurgau ist, er nicht in einem fixen Pensum angestellt, sondern wird lediglich mit einem Pauschalbetrag und Sitzungsgeldern entschädigt. Die Pauschale entspricht einem 10-Prozent-Pensum. Die Gefahr ist gross, dass bei einer derartigen Entschädigungspraxis der effektive Arbeitsaufwand ungleich grösser ist. Das soll sich mit Blick auf Gentschs Nachfolge ändern. Der Gemeinderat wird an der kommenden Bechtelisgemeinde beantragen, ein fixes Anstellungsverhältnis mit 20 Stellenprozenten für das Präsidium einzuführen. Das gebe einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger Planungssicherheit und einen absehbaren Zeitaufwand. Dadurch bleibe das Amt auch attraktiv.

Ortsplanung und Verkehr im Fokus

Dem Gemeinderat gehe auch in der neuen Legislatur die Arbeit nicht aus. Als wichtige Themen sieht Gentsch die Ortsplanungsrevision, Verkehrsberuhigung in der Gemeinde und die Überarbeitung sämtlicher Reglemente, die teils über 20 Jahre alt sind. Und über Allem stehe dabei die Selbstständigkeit von politisch Neunforn.

Die Gesamterneuerungswahlen für den Gemeinderat finden an der Bechtelisgemeinde vom 2. Januar 2019 statt. Kandidaturen sind auch am Wahltag noch möglich. Wer in der Botschaft namentlich aufgeführt sein will, muss sich bis Anfang Dezember auf der Gemeindeverwaltung melden.