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Einen Hausbesuch mehr pro Monat: Das plant die Stadt Frauenfeld ab 2020 für die Aufsuchende Elternarbeit

Nach dem überraschenden Ausstieg von Perspektive Thurgau: Mit neuem Anbieter aus dem Kanton Zürich will die Stadt Frauenfeld die Elternarbeit durch Dritte intensivieren. Die Kosten pro Familie und Jahr steigen leicht an, auf 8100 Franken.
Mathias Frei
Eine Familie, die glücklich wirkt. Das kann an Aufsuchender Elternarbeit liegen. (Bild: Simon Ritzmann/GettyImages)

Eine Familie, die glücklich wirkt. Das kann an Aufsuchender Elternarbeit liegen. (Bild: Simon Ritzmann/GettyImages)

Das ist Hilfe zur Selbsthilfe. In Frauenfeld seit 2013 und auch in Zukunft. Dank Aufsuchender Elternarbeit sollen Eltern lernen, wie sie bessere Eltern sein können. Oder wie es in der Botschaft des Stadtrats «betreffend Weiterführung der Aufsuchenden Elternarbeit durch Dritte» heisst:

«Bedarfsgerechte Unterstützungsmöglichkeiten zielen insbesondere darauf ab, dass Eltern ihre Erziehungsverantwortung wahrnehmen können.»

Und der finanzielle Aspekt: «Aus ökonomischer Sicht bietet ein präventiv wirkendes Hausbesuchsprogramm eine Alternative zu späteren, wesentlich teureren Interventionen.» Sprich: Fremdplatzierungen.

119 Tage Stadträtin Barbara Dätwyler

«Es macht viel Spass. Ich fühle mich schon sehr sattelfest in all den Themen.» So resümiert Stadträtin Barbara Dätwyler ihre ersten 119 Tage als Vorsteherin des Departements für Gesellschaft und Soziales. Als bisherigen Höhepunkt bezeichnet sie ihren Besuch im Kinderrat. Sie gibt aber zu, dass seit Amtsbeginn viel anderes habe zurückstecken müssen: «Ich habe viel Zeit investiert, um für meine Entscheide über all die Gesetze und Richtlinien Bescheid zu wissen.» Den Einstieg erleichtert hätten ihr die offenen Mitarbeiter, denen sie danken möchte. Dätwyler hat sich zwei Ziele gesetzt: Verbesserungen bei der Frühen Förderung und Schwerpunkte setzen im Sozialwesen für Junge Erwachsene ohne Lehrstelle. (sko)

Barbara Dätwyler, Stadträtin und Departementsvorsteherin Gesellschaft und Soziales. (Bild: Donato Caspari)

Barbara Dätwyler, Stadträtin und Departementsvorsteherin Gesellschaft und Soziales. (Bild: Donato Caspari)

Bislang zeichnete Perspektive Thurgau für die Umsetzung des Hausbesuchsprogramms «PAT Parents As Teachers – MEL Mit Eltern Lernen» verantwortlich – im Rahmen eines Leistungsvertrags mit der Stadt. Nach der Pilotphase wurde das für Eltern kostenlose Angebot 2016 in die städtische Regelstruktur aufgenommen. Seit 2017 war die Auslastung rückläufig. Plan war eigentlich, jährlich zehn neue Familien aufzunehmen, bei zwei Jahren Maximal-Programmdauer. Laut Botschaft ein Problem:

«Die Intensität der Hausbesuche erwies sich mit nur einem Besuch pro Monat als zu gering, um Familien mit mittlerer bis hoher Belastung wirkungsvoll begleiten zu können.»

Zürcher Zeppelin GmbH soll übernehmen

Perspektive Thurgau kündigte, für die Stadt überraschend, den Leistungsvertrag per Ende Mai 2019. Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, wurden von der Anbieterin seit Ende 2018 keine neuen Familien ins Programm aufgenommen.

«Die Stadt muss daher so schnell als möglich eine verlässliche Anschlusslösung für belastete Familien finden.»

Stadtintern fehlen die personellen Ressourcen. So musste ein neuer externer Anbieter gesucht werden – und ist nun mit der gemeinnützigen GmbH «Zeppelin – Familien startklar» gefunden worden. Zeppelin führt im Kanton Zürich in mittlerweile 40 Gemeinden das PAT/MEL-Programm durch. Es finden pro Monat ein Gruppentreffen und zwei Hausbesuche statt. Das Programm ist auf zwei bis maximal drei Jahre ausgelegt. Durchschnittlich kostete in der Frauenfelder Pilotphase eine teilnehmende Familie jährlich 6362 Franken. Zeppelin kann ab Anfang 2020 übernehmen. Die Kosten pro Familie steigen durch den Leistungsausbau (neu zwei Hausbesuche/Monat) auf 8100 Franken.

Durch die Ausdehnung der Programmdauer auf drei Jahre können bei Vollauslastung neu 24 Familien (acht neue Familien/Jahr) teilnehmen, vier mehr als bisher. Nachbargemeinden können sich für einzelne Plätze einkaufen. Möglicherweise finanziert auch der Kanton noch mit. Ein Gesuch wird eingereicht.

Obwohl es sich bei der Weiterführung der Aufsuchenden Elternarbeit laut Botschaft nicht um eine neue Aufgabenübertragung gemäss Reglement über die Übertragung von Aufgaben handelt, legt der Stadtrat diesen Antrag aufgrund der inhaltlichen Änderungen und der Erhöhung der finanziellen Leistungen dem Gemeinderat vor, «damit Rechtssicherheit besteht».

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