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Frauenfelder Bildhauerwoche: Ein Haufen Eisen, 800 Kilo Basalt und viel Kaffee

Seit Montag arbeiten sechs Kunstschaffende im Murg-Auen-Park an Skulpturen aus Stein, Holz und Metall. Es gibt Espresso zu trinken. Und die Freude auf riesige Cordon-Bleus ist greifbar.
Mathias Frei
Die beiden Kuratoren der Freiluft-Bildhauerwoche, Markus Graf und Gabriel Mazenauer, spitzen eine Säule zu. (Bild: Andrea Stalder)

Die beiden Kuratoren der Freiluft-Bildhauerwoche, Markus Graf und Gabriel Mazenauer, spitzen eine Säule zu. (Bild: Andrea Stalder)

Gabriel Mazenauer serviert Espressi. Es ist nicht mehr so schwül wie am Wochenende. «Am besten ist es, wenn die Sonne nicht grad so ‹abe brätscht› beim Arbeiten», meint Mazenauer. Er kuratiert mit Markus Graf die Frauenfelder Bildhauerwoche, die zum vierten Mal stattfindet. Montagvormittag, Znünipause im Murg-Auen-Park. Immer wieder tauchen Spaziergänger auf. Bei den Arbeitsplätzen der sechs Bildhauer stehen bereits Werkzeug und Material für die Arbeiten. Christoph Schindler aus der Nähe von Offenbach hat einen stattlichen Steinblock mitgebracht. «Wiegt aber gerade mal 800 Kilo, weil es Basalt ist», sagt Markus Graf. Bis zum 20. Juni kann man täglich beobachten, was sich aus dem Basalt von Schindler oder zum Beispiel aus der Zürcher Esche von Bildhauerkollege Adrian Bütikofer entwickelt. Er arbeitet mit diesem Holz, weil es kompakt ist und sich so wenig spaltet. Neben der Esche hat es auch einige fertige Holzskulpturen auf seinem Lieferwagen. Die werden auch im Park aufgestellt.

Markus Wenger vom Werkhof hat eben noch zum Rechten geschaut im Murg-Auen-Park. Christof Stillhard, der städtische Kulturbeauftragte, ist für die Begrüssung der Künstler auch vor Ort. Als einziger fehlt jetzt noch Urs-Peter Twellmann, der aus dem Bernbiet kommt. Stillhard erklärt, wo es Zmittag gibt und wo das Hotel ist. «In Frauenfeld ist alles nah beieinander.» Znüni fertig. Die Künstler richten sich ein. Jeder bekommt als Sonnen- und Regenschutz ein Partyzelt. Bütikofer will seine Holzarbeit noch anmalen. «Nächsten Montag muss ich mit Malen beginnen. Theoretisch reicht es», meint Bütikofer. Eng werde es nur, wenn es länger regne.

"Wenn es regnet, kann ich sehr konzentriert arbeiten."
(Gabriel Mazenauer, Kurator)

Bei den Mittagessen und den Hotelzimmern bekommt die Stadt als Veranstalterin Unterstützung von den lokalen Gastronomen und Hoteliers. Markus Graf freut sich schon auf den Tag, wenn es zum Zmittag riesige Cordon-Bleus gibt. Er zeigt mit den Händen die Fleischausmasse. Graf war heute als erster im Park, um 7.30 Uhr. Er freue sich auf die Momente, wenn man Menschen, die eigentlich nichts am Hut hätten mit Kunst, von der Bildhauerei überzeugen könne. «Und manchmal gibt es auch Gespräche völlig abseits von Kunst.» Er habe schon von diversen Lehrerinnen und Lehrern Anfragen: «Wann seid ihr am Arbeiten? Wann kann ich mit meiner Klasse kommen?» Heute Mittag seien die Künstler eingerichtet und würden mit Arbeiten beginnen, erklärt Mazenauer. Er stellt für Interessierte ein paar Sandsteine auf, die selber mit Werkzeug bearbeitet werden können. «Vor allem Kinder haben den Plausch daran. Die lassen dann nicht mehr davon ab», ist seine Erfahrung aus früheren Jahren.

Dann lässt Mazenauer noch einen Espresso raus. Nebenan steht eine grosse Kühlbox. Falls jemand nach Feierabend Lust auf ein Glas Weisswein hat. Aber zuerst wird gearbeitet. Er freue sich, in diese Woche einzutauchen. «Wenn es regnet, kann ich sehr konzentriert arbeiten», sagt er. Die Wolken am Himmel lassen Mazenauer kalt.

Frauenfelder Bildhauerwoche: täglich bis Mittwoch, 20. Juni. Arbeitszeiten: 8 bis 12 Uhr, 13.30 bis 17.30 Uhr. Zeitgleich Ausstellung der Künstler im Verwaltungsgebäude Promenade.

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