Der Wald auf dem Seerücken ist ein gefundenes Fressen

Im Forstrevier Feldbach zwischen Steckborn und Hörstetten ist der Borkenkäfer auf dem Vormarsch. Um den Schädling auszurotten, muss das befallene Holz rasch gefällt und aus dem Wald geschafft werden.

Salome Preiswerk Guhl
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Ein Käferholz-Zwischenlager bei Gündelhart. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Ein Käferholz-Zwischenlager bei Gündelhart. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

«Nach den Stürmen im August 2017 und im Januar 2018 sind viele Bäume geschwächt. Auch setzte dem Wald die anhaltende Trockenheit zu», zeigt sich Revierförster Christof Heimgartner vom Forstrevier Feldbach besorgt. In Lagen unter 800 Metern führen diese Umstände dazu, dass sich der Borkenkäfer, der sogenannte Buchdrucker, beinahe ungehindert vermehren kann und grossen Schaden anrichtet. Nicht nur im 972 Hektaren grossen Forstrevier Feldbach, das sich von Steckborn bis Hörstetten und von Gündelhart bis Salen-Reutenen erstreckt. Die Borkenkäferplage ist in der ganzen Schweiz feststellbar.

Käfer knabbert, bis Rottanne verdurstet

Der «Buchdrucker» hat es vor allem auf die Fichten abgesehen, denn die ursprünglich aus dem Norden stammende Tannenart hat Mühe mit wärmeren Temperaturen. Hat er sich mal durch die Borke, die Rinde, gefressen, vermehrt er sich, und die Käferschar knabbert an den Saftsträngen, bis die Rottanne verdurstet. Heimgartner erklärt:

«Das sieht man gut, wenn der Giebel dürr wird, wenn Bohrmehl am Stammfuss liegt oder wenn die Fichte grüne Nadeln fallen lässt.»
Revierförster Christof Heimgartner. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Revierförster Christof Heimgartner. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Dann sei es jedoch schon zu spät, denn der Borkenkäfer sei dann bereits bei den benachbarten Fichten anzutreffen. Heimgartner erklärt: «Bis zu einer bestimmten Anzahl an Borkenkäfern kann sich die Fichte noch mit Harzfluss wehren, aber momentan gibt es diese nimmersatten Käfer in einer derart hohen Anzahl, dass der natürliche Feind – der Specht und der Ameisenbuntkäfer – gar nicht mithalten kann.» Darum werde momentan alles daran gesetzt, den Buchdrucker auszurotten, indem das befallene Holz möglichst rasch geschlagen und aus dem Wald transportiert wird. Dazu wurde bei Gündelhart ein 600 Kubikmeter grosser Rundholzhaufen aufgebaut.

Das Käferholz muss vorerst dort zwischengelagert werden, denn die Lager der Sägereien sind noch mit Sturmholz voll.

«Momentan liegen noch rund 150 Kubikmeter befallenes Holz im Wald. Diesen Winter wird praktisch kein gesundes Holz gefällt, denn zuerst muss das Sturmholz weg.»

Christof Heimgartner ist es wichtig, dass die Waldbesitzer mit offenen Augen durch ihre Parzellen gehen und aktiv mithelfen, diesen Schädling einzudämmen. «Wenn wir nichts dagegen unternehmen, geht es im Frühling gleich weiter, denn der Borkenkäfer ist ein Überlebenskünstler und überwintert auch bei grosser Kälte.»

Borkenkäfer. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Borkenkäfer. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

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Silvan Meile