Glosse

Ein Frauenfelder Geschäft ohne Gewinner

Dieser Murgspritzer kümmert sich um grenzen- und niveaulose Räume, Tage am Meer und Konkurrenzdenken in Frauenfeld, unter anderem auch unter Umweltsündern.

Samuel Koch
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Nach dem Open Air die Abfallberge. Auf der Allmend bleiben viele Zelte und viel Abfall liegen.

Nach dem Open Air die Abfallberge. Auf der Allmend bleiben viele Zelte und viel Abfall liegen.

Bild: Reto Martin,
(Frauenfeld, 12. Juli 2015)

Besserwisser, Moralapostel, Klug***! So kanzelt man heutzutage gerne Menschen ab, die Lebensweisheiten von sich geben, nicht nur im scheinbar grenzen- und niveaulosen Raum der sozialen Medien. Dabei haben Aphorismen oft Wahres an sich, wie etwa der folgende Spruch: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Samuel Koch.

Samuel Koch.

Bild: Reto Martin

Wie sonst hätten sich die zwei grössten Schweizer Detailhändler zu derart gigantischen Konstrukten gemausert, dass selbst 15 Social-Media-Profis nicht mehr Herr über die Causa Dubler werden konnten.

Und auch in Frauenfeld bewahrheitet sich das Gesetz des Wettbewerbs. Der McDonalds steht wenige Meter vis-à-vis von «Burger King», beide profitieren. Der als machbar erwiesene Weiher beim Burstelpark verhilft dem Hallenbadneubau Ende November vielleicht sogar zu einem Ja. Hauptsache: ein Tag wie am Meer.

Das Bermudadreieck mit «Dreieck» und «Peggy’s» sollte eigentlich bipolare Zone heissen, selbst während der zwischenzeitlichen Schliessung aufgrund eines Covid-19-Falls. Und ab September kurbeln in Frauenfeld E-Scooter das Stadtbusgeschäft an. Wetten, dass der dritte im monopolaren Bunde – der Autoverkehr – deshalb nicht abnehmen wird?

Ein Konkurrenzdenken leben vielleicht auch all die Frauenfelder Littering-Täter. Kaum liegt beim Lindenpark kiloweise Abfall herum, toppen es die Umweltsünder beim Grillplatz Eduardsruh in der Nähe des Höhenwegs. Was die Jungs im Kurzdorf können, schaffen wir schon lange, sagen sich die Hubemer. Nur hat am Schluss niemand gewonnen.

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