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Sirnach schreibt stattlichen Gewinn

Obwohl die Gemeinde viel weniger Steuern eingenommen hat als budgetiert, weist die Rechnung 2017 ein Plus von 760000 Franken aus. Davon werden die Steuerzahler in den nächsten Jahren profitieren.
Roman Scherrer
Sirnach ist für kommende Investitionen wie in die neue Dreifachturnhalle in der Schulanlage Grünau gut aufgestellt. (Bild: Olaf Kühne)

Sirnach ist für kommende Investitionen wie in die neue Dreifachturnhalle in der Schulanlage Grünau gut aufgestellt. (Bild: Olaf Kühne)

Sie mussten sich schon mit um einiges längeren Traktandenlisten befassen, die Sirnacher Stimmbürger. An der kommenden Gemeindeversammlung vom 30. Mai haben sie nebst drei Einbürgerungsgesuchen hauptsächlich nur über die Jahresrechnung 2017 der Politischen Gemeinde zu befinden. Diese hat es aber in sich. Statt dem budgetierten Defizit von 730000 Franken schreibt die Gemeinde nämlich einen Gewinn von rund 760000 Franken. "Der Gemeinderat hat Freude, dass man es geschafft hat, ein derart positives Ergebnis zu erzielen", sagt Gemeindepräsident Kurt Baumann.

Kurt Baumann, Gemeindepräsident Sirnach

Kurt Baumann, Gemeindepräsident Sirnach

Er präsentiert die letzte Sirnacher Jahresrechnung, welche noch mit dem alten Rechnungslegungsmodell geführt wurde. Auf dieses Jahr hin müssen alle Gemeinden das neue Harmonisierte Rechnungslegungsmodell 2 (HRM2) einführen. Hinsichtlich der Umstellung hat die Gemeinde bereits im vergangenen Jahr gewisse buchhalterische Anpassungen vorgenommen – sogenannte Bilanzbereinigungen. So wurden etwa Rückstellungen aufgelöst und das Finanzvermögen neu bewertet. Für letzteres hat die Gemeinde viele ihrer Liegenschaften neu schätzen lassen.

Buchhalterischer Millionen-Gewinn

Rund eine Viertelmillion hält die Gemeinde zurück für allfällige Rückstände bei den Steuern. Und trotzdem: Mit den Bilanz-Anpassungen kann Sirnach insgesamt einen Gewinn von rund 4,2 Millionen vorweisen. Alleine die Aufwertung des Finanzvermögens – durch die Neubewertung der Liegenschaften – bringen ein Plus von über drei Millionen Franken.

«Die tieferen Abschreibungen
werden unsere Rechnung in den nächsten Jahren um zwei Steuerprozente entlasten.»
Kurt Baumann, Gemeindepräsident Sirnach

"Es handelt sich hierbei um einen buchhalterischen Gewinn. Geld ist dabei keines geflossen", erklärt Kurt Baumann. Ein Gewinn, der sich für die Sirnacher Steuerzahler positiv auswirkt. Denn die Gemeinde kann die drei Millionen in den nächsten zehn Jahren für die Abschreibungen ihres Verwaltungsvermögens verwenden. Die geplanten Abschreibungen reduzieren sich dadurch während einer Dekade um jährlich gut 300000 Franken. "Das entlastet unsere Rechnung in den nächsten Jahren umgerechnet um zwei Steuerprozente. Das ist sehr erfreulich hinsichtlich der Investitionen, die auf uns zukommen", sagt Baumann. Der Gemeindepräsident spricht damit unter anderem die Spange Hofen und die geplante Dreifachturnhalle am Birkenweg an. Falls aufgrund der Investitionen in diese Grossprojekte eine Steuerfuss-Erhöhung nötig würde, was Baumann in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen hatte, würde sie nun also weniger hoch ausfallen.

500000 Franken für die Schule

Abgesehen von den drei Millionen, die der Gemeinderat für künftige Abschreibungen vorsieht, möchte er 500000 Franken vom Gesamtgewinn für die Schulliegenschaften zurückstellen. "Hierbei stehen unter anderem einige Sanierungen an, wie etwa beim Schulhaus Breite", so Baumann. Die restlichen knapp 630000 Franken sollen ins Eigenkapital fliessen.

Der "reale" Gewinn setzt sich aus vielen Bereichen zusammen, in denen die Sirnacher Rechnung 2017 einiges besser abschliesst als budgetiert. So etwa bei der Grundstückgewinnsteuer: Hier liegen die Einnahmen 830000 über Budget. "Ich glaube, in der Geschichte der Gemeinde Sirnach hat es noch nie so viel Geld aus der Grundstückgewinnsteuer gegeben", sagt Baumann. Allerdings hat man bei den Gemeindesteuern zu optimistisch budgetiert – um 1,4 Millionen. Dies hat wiederum dafür gesorgt, dass Sirnach in den Genuss von rund 360000 Franken mehr aus dem Finanzausgleich kommt als vorgesehen. Im Bereich öffentliche Sozialhilfe steht die Gemeinde um 300000 Franken besser da als budgetiert. "Wir haben tendenziell weniger und auch weniger teure Sozialhilfe-Fälle", so Baumann.

Im Bereich Bildung schlägt vor allem die Rückstellung der halben Million positiv zu Buche. "Wir rechnen damit, dass wir auch ohne diese Einlage ein Plus von rund 200000 Franken geschrieben hätten. Dementsprechend sind wir sehr zufrieden", sagt Urs Schrepfer, Gemeinderat und Leiter des Ressorts Bildung. Auch das tiefe Zinsniveau hatte einen Anteil am guten Sirnacher Rechnungsabschluss. So ist man im Posten "Zinsen" um mehr als 100000 Franken besser gefahren als budgetiert. "Wir haben – plakativ gesagt – dank der Negativzinsen mit unseren Schulden Geld verdient", sagt Baumann.

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