Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein ehrlicher Cheib: Der Frauenfelder SVP-Stadtratskandidat Andreas Elliker ist offen wie kaum ein Politiker

Stehen zu bleiben, bedeutet für Bio-Landwirt Andreas Elliker Rückschritt. Der SVP-Stadtratskandidat aus dem Wilden Westen ist bürgerlicher Meinungsmacher. An sportlicher Ausdauer mangelt es ihm nicht.
Mathias Frei
In Frauenfelds Wilden Westen unweit seines Bachhofs: Andreas Elliker. (Bild: Andrea Stalder)

In Frauenfelds Wilden Westen unweit seines Bachhofs: Andreas Elliker. (Bild: Andrea Stalder)

«Die Legasthenie hat mich vor allem in der Kindheit geprägt.» Einen, der so ehrlich ist, wünschte man sich in der Politik. Einen wie Andreas Elliker, der kein Geheimnis macht aus seiner mittlerweile therapierten Lese- und Rechtschreibeschwäche.

«Für den Erfolg musste ich oft mehr machen als die anderen.»

Der bald 33-Jährige hat gelernt, zu beissen. Das kann ihm als Stadtrat zugutekommen – falls er denn die Wahl schafft.

Dass dem so sein wird, daran zweifeln die wenigsten. Andreas Elliker war der logische Stadtratskandidat der SVP und wäre nun der logische Stadtrat. Seit 2011 ist er im Gemeinderat, seit 2014 Stadtparteipräsident, umtriebig, dossiersicher, kritisch, über die Parteigrenzen hinaus koalitionsfreudig. Für einen Journalisten ist Elliker ein Glücksfall. Der Bio-Meisterlandwirt versteckt sich nicht, er ist offiziell und informell aktiv. Wie jeder Politiker ist Elliker von der Richtigkeit seines Tuns überzeugt. Aber er sagt auch:

«Ich mache das nicht für meine Karriere, sondern für die Stadt.»

Er politisiert lustvoll, sein spitzbübisches Lachen ist Teil davon.

Der Laufsport erdet, der Schlaf macht effizient

Elliker wächst als jüngstes von vier Kindern auf dem Bachhof in der Erzenholzemer Thurebene auf. 2016 übernimmt er den Milchwirtschaftsbetrieb seiner Eltern, führt ihn nun in vierter Generation. Siebenjährig tritt er dem Leichtathletikclub bei. Später wird man ihn zu den besten 50 Schweizer 800-Meter-Läufern zählen. Dann kommt die Politik, die Wahl in den Gemeinderat. Nach dem ersten Amtsjahr ist er frustriert, weil er mehr bewegen wollte. Deshalb gibt er Vollgas, in der Politik und beim Arbeiten auf dem Hof. Vor zwei Jahren wird ihm bewusst:

«Wenn der Elliker so weitermacht, fährt er sich irgendwann an die Wand.»

Mittlerweile geht er wieder regelmässig laufen. Dreimal pro Woche, jeweils zwischen 45 und 90 Minuten: Das ist sein Ziel. Manchmal schafft es Elliker ein viertes Mal, manchmal auch nur zweimal. Und er schläft wieder mehr, besser sieben Stunden als sechs. «Ausgeschlafen bin ich leistungsfähiger, so kann ich effizienter arbeiten und führen.» Heute bewegt er in der Frauenfelder Lokalpolitik, ist einer der wichtigsten Meinungsmacher der Bürgerlichen.

Auf dem Bachhof gilt ein Handschlag noch was

Elliker ist ein ehrlicher Cheib. «Ich will ein verlässlicher Partner sein, sei es als Landwirt, im Gemeinderat und hoffentlich künftig als Stadtrat.» Bei ihm auf dem Bachhof gelte ein Handschlag als Vertragsabschluss. Natürlich könne er das als Stadtrat nicht so fortführen. Den Respekt für die andere Meinung und das Gegenüber wolle er aber in jedem Fall auch in Zukunft pflegen, sagt er.

Auch das Innovationsbewusstsein will er von seinem Bio-Bauernhof ins Rathaus transferieren. Auf dem Bachhof sei es nötig, die Prozesse laufend zu optimieren. Innovation sei ein Baustein, aber sie müsse nachhaltig sein, ökologisch und ökonomisch. Und seine Angestellten auf dem Betrieb fordere er zwar, gleich wichtig seien ihm aber eine konstruktive Fehlerkultur und dass er als Chef seinen Mitarbeiter so vertrauen könne, um Arbeiten zu delegieren. Als wichtigstes Führungsinstrument sieht er dabei die Kommunikation.

«Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Empfänger zu senden.»

Es müsse nicht immer grad die Öffentlichkeit sein, aber den Gemeinderat würde Stadtrat Elliker vermehrt und frühzeitig ins Vertrauen ziehen.

In jungen Politjahren ab und zu dreingeschossen

Am Küchentisch der Familie Elliker war Politik schon immer ein Thema, das Elternhaus war schon immer bürgerlich geprägt. Das erste Mal politisch wähnte sich Andreas Elliker, als im Oberstufenzentrum Auen ein Schülerrat gegründet wurde. Der heutige Stadtratskandidat war damals in der dritten Oberstufe und wurde für den Schülerrat bestimmt, «wahrscheinlich weil ich gut ‹schnorren› konnte». Elliker war nie Mitglied einer Jungpartei, er nahm den direkten Weg zur SVP.

«Obwohl ich in jungen Politjahren sicher ab und zu etwas dreingeschossen bin.»

Mittlerweile habe er aber geruhigt, sagt er – und ist damit auf bestem Weg zum konsensorientierten Exekutivpolitiker als Teil einer Kollegialbehörde.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.