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Ein Buch entfaltet sich bei der Ausstellung des Frauenfelders Gianni Kuhn

Gianni Kuhn paart in der Galerie Stefan Rutishauser Kurzgeschichten mit Fotografien. Doch der Frauenfelder Künstler gibt sich nicht zufrieden mit einem Buch.
Dieter Langhart
Buch als Installation: Wie Vögel fliegen die Doppelseiten in Gianni Kuhns «Kleinster Galerie der Welt» unter der Raumdecke. (Bild: Dieter Langhart)

Buch als Installation: Wie Vögel fliegen die Doppelseiten in Gianni Kuhns «Kleinster Galerie der Welt» unter der Raumdecke. (Bild: Dieter Langhart)

Nach der raffinierten «Trilogie des Verschwindens», in der sich die Protagonisten selbstständig machten, lässt Schriftsteller und Fotograf Gianni Kuhn seiner Fantasie erneut freien Lauf. Et voilà: «Die kleinste Galerie der Welt». Und das Buch ist seine Galerie. Sie besteht aus Fotografien und Kurzprosa. Ein Galerist, der Kuhn kennt, ruft ihn an und will die Bilder ausstellen, doch es gibt keine Abzüge. Dann aber sagt er zu.

Gianni Kuhn spinnt genüsslich eine Geschichte, die sein Projekt plausibel erscheinen lässt. Launisch verschränkt er Fiktion im Buch und Realität in der Ausstellung.

Doppelseiten vom Korsett der Fadenheftung befreit

Der Frauenfelder Künstler Gianni Kuhn. (Bild: Andrea Stalder)

Der Frauenfelder Künstler Gianni Kuhn. (Bild: Andrea Stalder)

Als Galerist dient Kuhn indirekt Stefan Rutishauser, dessen Raum er nutzt. Und erst hier entfaltet sich die Idee des Künstlers, die auf Kindheitserinnerungen zurückgeht: «Ich lag auf dem Rücken und schaute hinauf in das wogende Blätterdach.» Die Blätter der Bäume werden zu Blättern aus dem Buch. Im Buch stellt Kuhn kurze Geschichten intuitiv neben Momentaufnahmen, jeder Leser/Betrachter wird seine eigenen Bezüge herstellen.

Doch jetzt zerfleddert Gianni Kuhn das Buch, entfernt die Fadenheftung. Auf den 42 Doppelseiten sind nur sieben Paare gleich (die Innenseiten der Bünde), die übrigen Paarungen sind neu und lassen neue Deutungen zu. Die eine Hälfte der Doppelseiten pinnt Gianni Kuhn wie tote Schmetterlinge auf Archivschachteln und hängt sie an die Wand, die «Rückseiten» hängt er an Fäden unter die Holzdecke, «wie gestrandete Vögel».

Vernissage: Fr, 16.11., 19 Uhr, Galerie Stefan Rutishauser. Ausstellung: Sa/So, 17./18.11., 14–17 Uhr.

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