Ein Bijou aus reiner Seide für die Fischinger Musikanten

In 60 Jahren erlebt man vieles als Vereinsfahne der Musikgesellschaft Concordia Fischingen. Am Samstag ging das löchrige Tuch in den Ruhestand – mit verdientem Applaus und viel Musik.

Christoph Heer
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Der Fähnrich präsentiert die neue Vereinsfahne. (Bilder: Christoph Heer)

Der Fähnrich präsentiert die neue Vereinsfahne. (Bilder: Christoph Heer)

Zur Dreifaltigkeit gehören im Musikwesen die Instrumente, die Uniformen und die Vereinsfahne. «Von diesem Trio geht die Fahne stets voraus, sie ist unter anderem ein Zeichen der Orientierung, das war schon früher zu Kriegszeiten so. Zudem verbindet sie Jung und Alt, Frau und Mann, leise und laute Personen; aber dahinter steht und gedeiht stets ein Verein. Als Präsidentin des Thurgauer Kantonal-Musikverbandes, mit seinen 1800 Musizierenden, will ich der Musikgesellschaft Concordia Fischingen zu ihrem neuen Bijou gratulieren.»

Es sind die Worte von Ruth Gubler, die den Protagonisten auf der Bühne Hühnerhaut verleihen, bevor auch sie zum ersten Mal die neue Fahne zu Gesicht bekommen. Während sich die alte Fahne, in der vollen Hörnlihalle, langsam von den Zuschauern verab­schiedet, macht sich die neue bereit für ihren ganz grossen Auftritt.

Keine neue Fahne ohne Sponsoren

Es sind zwei bekannte Einheimische, die es möglich gemacht haben, dass die Concordia mit einer neuen Fahne in die Zukunft schreiten wird. «Martin Dönni und Walo Früh sind die Hauptsponsoren für unser neues Markenzeichen, ihnen gebührt ein riesiger Dank», sagt denn auch Vereinspräsident Peter Büttiker. Aus reiner Seide hergestellt und mehrfarbig bestickt, erscheint die neue Fahne im Scheinwerferlicht. Blau, Gelb, Weiss stechen heraus, dazu Rot und Weiss, ein Symbol für die Schweiz.

Zwei Musikanten rollen die zerrschlissene alte Fahne ein.

Zwei Musikanten rollen die zerrschlissene alte Fahne ein.

«Man soll sofort sehen, zu wem diese Fahne gehört. Darum haben wir uns entschieden, dass die Thurgauer Löwen, das Fischinger Wappen, die Murg und ein Instrument darauf zu sehen sein müssen. Ich denke, wir haben richtig entschieden», sagt Cornetist Ruedi Odermatt. Der neue Blickfang hat schon bald einen ersten grossen Auftritt: In Kradolf findet Anfang Juni das Thurgauer Kantonale Musikfest statt.

Ein würdiger Festakt für die neue Fahne

«Das heutige Publikum ist gut gelaunt und aufmerksam. Zudem stimmt das alternierende Zusammenspiel mit den Gastformationen hervorragend; ein würdiger Festakt zu Ehren der alten und der neuen Vereinsfahne», sagt Präsident Büttiker. Nicht vergessen werden darf aber dabei nicht, dass der verdiente Präsident in wenigen Wochen von seinem Amt zurücktritt.

Peter Büttiker präsidierte die Concordia während acht Jahre und blickt auf eine intensive Zeit zurück. «Wir kämpfen ständig um neue Mitglieder. Froh sind wir, dass wir mit der Metallharmonie Dussnang-Oberwangen eine gute Zusammenarbeit pflegen. Unzählige Auftritte, zwei Dirigentenwechsel und nun zum Schluss die neue Fahne: Es war eine tolle Zeit», sagt Büttiker. Er wird der Concordia als Musikant erhalten bleiben.