Kommentar

Der Eklat von Steckborn: Ein Befreiungsschlag und ein Déjà-vu

Die Kündigung des Stadtschreibers kommt in Steckborn nach den zuletzt turbulenten Tagen in Steckborn einer Deeskalation gleich. Hanns Wipf jedenfalls erlebt in Eschenz ein Déjà-vu. Gefordert sind aber auch die Stadtratsmitglieder in Steckborn, schreibt TZ-Redaktor Samuel Koch.

Samuel Koch
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Zum Streiten braucht es bekanntlich immer mindestens zwei. So gesehen wirkt die Bekanntgabe der Kündigung des Steckborner Stadtschreibers Hanns Wipf nach zuletzt stürmischen Zeiten als deeskalierender Schritt, für Stadtpräsident Roman Pulfer gar als Befreiungsschlag. Lange schon brodelte es im Stadthaus zwischen Pulfer und Wipf. Das Ausmass der Querelen ist jedoch erst durch Unstimmigkeiten im Stadtrat ans Licht gekommen.

Samuel Koch, Redaktor Thurgauer Zeitung.

Samuel Koch, Redaktor Thurgauer Zeitung.

Bild: Reto Martin

Naheliegend, jedoch überraschend mutet an, dass es Stadtschreiber Wipf ausgerechnet nach Eschenz zieht. In der Gemeinde am fliessenden Übergang zwischen Untersee und Rhein steht nach einem Exodus im Gemeinderat bis hin zur Beschlussunfähigkeit ein Neueinfang bevor. Bis dahin hilft Steckborns alt Stadtpräsident Roger Forrer mit, für politisch Eschenz in die Vollen zu gehen. Aber mit den Ersatzwahlen im Herbst ereilt Wipf in Eschenz ein Déjà-vu, wo ebenfalls neue politische Amtsträger frischen Wind reinbringen werden.

Für eine ruhigere Zukunft in Steckborn ist der Stadtrat gefordert. Denn selbst der personelle Wechsel an der Spitze der operativen Führung entbindet die Stadtratsmitglieder nicht von ihrer politischen Pflicht, sich fürs Stimmvolk einzusetzen und aus Fehlern zu lernen. Fingerspitzengefühl braucht es jetzt allenthalben, in Steckborn und in Eschenz.

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